Montag, 7. Februar 2011

Apple - was geht app?

IPOD 2G
Apple Produkte sind aus dem Alltag vieler Menschen gar nicht mehr wegzudenken.
Bildquelle: By Jan Kratochvil [Public domain], via Wikimedia Commons

Überall sieht man die kleinen, elegant aussehenden Geräte von Apple: Die Rede ist vom iPod touch und iPhone. Für viele Menschen sind diese und weitere Apple Produkte nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken, da sie sich als technische Spielereien und Alleskönner entpuppt haben.

Extra in die Zeitung gucken, um das Wetter zu wissen? Die Fußball Ergebnisse vom letzten Spieltag im Radio anhören? Für die Zeitung extra zum Kiosk laufen? - Das ist heute alles überholt und altmodisch, da iPod touch und iPhone längst solche Dienste erfüllen können. Möglich ist das aufgrund von sogenannten Applikationen (kurz: Apps), die man sich oft kostenlos im Internet herunterladen kann. Außerdem besteht auch die Möglichkeit zahlreiche kostenpflichtige Apps zu erwerben, die man sich alle dann auf das Gerät spielen kann. Von diesen Apps gibt es im Internet mehrere Hunderttausend Stück, die von entsprechenden Seiten oder von Apple direkt bezogen werden können. Und die Auswahl ist gigantisch: Wörterbuch, Zeitung, Wetterdienst, Tetris,... - Es sind keine Grenzen gesetzt und fast alles ist heute zu bekommen! Nicht ohne Grund sind Apples Geräte echte Alleskönner. Zudem bietet das iPhone noch die Möglichkeit zu telefonieren, einigermaßen hochwertige Videos zu drehen und scharfe Fotos zu knipsen. Der perfekte Begleiter für den Alltag.

Auch vor dem Erscheinen von iPod touch und iPhone nahm Apple stets eine Vorreiterrolle an und kreierte Produkte, auf die viele Verbraucher wohl stets gewartet haben. Der iPod shuffle beispielsweise beeindruckte durch das kleine Gehäuse und wurde zum trendigen Begleiter an der Jacke, der Tasche oder am Gürtel, da der Musikspieler einen Klipp auf der Rückseite hat, welcher die Befestigung an vielen Oberflächen zulässt. Der iPod nano zeigte wahre klasse und beeindruckte die Verbraucher durch seinen großen Speicherplatz, den, für damalige Verhältnisse, üppigen Bildschirm und das Drehrad, welches zur Bedienung eingesetzt wird. Auch der iPod classic, der bereits in der 6. Generation erhältlich ist, löste einen neuen Trend aus. Jeder, der weiße Kopfhörer, in Verbindung mit einem Apple Produkt, hatte, war stets angesagt und auf dem neuesten Stand. Apple konnte den Menschen schon damals ein Lebensgefühl verkaufen, was bis dahin kein Technikkonzern geschafft hat und vermutlich auch heute nicht schaffen wird. Bestes Beispiel dafür ist das iPhone, welches so unglaublich einzigartig war, dass es lange seinesgleichen suchte. Beispielsweise HTC und Google versuchen aktuell dagegenzuhalten und brachten ebenfalls technische Höchstleistungen auf den Markt.

Jeder, der Kunde von Apple ist, lässt sich nicht von sehr hohen Preisen abschrecken, weil für viele Menschen Apple Produkte nicht durch andere Geräte ersetzt werden können. Außerdem sehen sie gut aus, sind eben echte Alleskönner und steigern das Selbstwertgefühl enorm. Da zahlt man eben auch mal mehr. Wer Apple Produkte benutzt, gibt ein Stück seines Lebens auf und vernichtet das übliche, gewohnte Leben. Wie bereits oben schon gesagt, ersetzen Apps für viele Menschen Produkte, die noch vor ein paar Jahren nicht aus dem Leben wegzudenken waren. Früher musste man eben auf gewisse Produkte verzichten, weil sie nicht griffbereit waren oder entsprechend Zeit benötigt haben. Heute ziehen wir unser gesamtes Leben aus der Hosentasche und können es mit einem Knopfdruck abrufen. Je mehr Speicher, desto mehr Apps. Apple nimmt uns das Leben ab und macht es uns leichter, obwohl wir gleichzeitig damit gewisse Freiheiten verlieren und unser Leben viel hektischer und anstrengender wird. Brauchen wir alles auf einen Knopfdruck, um besser leben zu können?

Apple verkauft ein Lebensgefühl und macht damit Geld, viel Geld! Natürlich versucht man dann sein Image weiter zu verbessern, um noch erfolgreicher im internationalen Wettbewerb tätig sein zu können. Gerade in der heutigen Gesellschaft sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit wichtige Themen geworden, die für viele Menschen wichtige Kaufkriterien darstellen. Handelt ein Unternehmen unmenschlich gegenüber Mensch, Tier und Umwelt, boykottieren viele Verbraucher diese Produkte, was Umsatzverluste bedeutet. Natürlich weiß auch Apple über diesen Öko-Boom Bescheid und bleibt dabei nicht auf der Strecke: Beispielsweise wurde das MacBook, ein weiteres Produkt im riesigen Sortiment, in einem Werbespot als das "grünste MacBook aller Zeiten" bezeichnet. Man verspricht dem Verbraucher ein vollständig recycelbares Gehäuse, einen geringen Stromverbrauch und den Verzicht auf einige giftige Stoffe. Fortschrittlich und lobenswert; keine Frage!

Doch wie passen so elegante Produkte und angeblicher Umweltschutz ins Bild, wenn sich auf der anderen Seite gleichzeitig über 20 Mitarbeiter der taiwanesischen Firma Foxconn, die größter Zulieferer von Apple ist, umbringen, weil die Arbeitsbedingungen so grausam sind? Eine Mitarbeiterin berichtete davon, dass sie täglich 12 Stunden arbeiten muss und das 6 Tage in der Woche. Außerdem dürfen die Mitarbeiter während der gesamten Arbeitszeit nicht miteinander sprechen und erhalten lediglich 2000 Yuan (inklusive Überstunden), was etwa 230 Euro sind und somit weniger als ein 16-Gigabyte iPhone von Apple kostet. Laut Medienberichten werden die Mitarbeiter gezwungen in Baracken zu "leben" und dürfen das Fabrikgelände nur mit Genehmigung verlassen. Des Weiteren ist Kinderarbeit bei diesem Zulieferer leider nicht ausgeschlossen, auch wenn Apple stets die Arbeitsbedingungen verbessern wollte. Außerdem verschwieg Apple stets den Einsatz von Giftstoffen bei seinen Zulieferern in China. So wurden, laut chinesischen Umweltschützern, Umwelt- und Gesundheitsvorschriften verletzt. Verschmutzung und Giftstoffe haben bereits 2009 40 Arbeiter in der Fabrik Lian Jian vergiftet, die berührungsempfindliche Bildschirme für Apple gereinigt haben. Auch 8 Mitarbeiter der Firma Yunheng Hardware & Electrical wurden bei der Produktion vergiftet. Die Mitarbeiter der Apple-Zulieferer leiden unter den schlechten Arbeitsbedigungen und auch unter den Giftstoffen, obwohl der IT-Konzern entsprechende Maßnahmen vornehmen könnte. Apple schweigt lieber weiter und geht nicht auf diese Vorfälle ein - Es ist dem Konzern anscheinend egal!

Apple sagt uns was cool ist, nämlich Apple Produkte, gibt sich einen umweltfreundlichen Anstrich, beutet gleichzeitig seine Mitarbeiter aus und verletzt/tötet diese bewusst. Wie passt das alles zueinander?
Wer es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, soll doch weiterhin mit dem iPad Bücher lesen, weiterhin sein Leben durch Apps bestimmen lassen und Musik durch weiße Kopfhörer genießen. Jeder, der aber etwas für Umwelt, Tiere und Menschen übrig hat, lässt den faulen Apfel liegen und boykottiert diese Produkte.

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