Donnerstag, 14. April 2011

"Wenn McDonald's zumachen würde, würden wir demonstrieren"


Hinter der Fassade von McDonald's sieht es düster und unmenschlich aus.

Was wie ein schlechter Scherz klingt, war die ernsthafte Antwort von 4 Jugendlichen aus dem Raum Rendsburg, die von der Landeszeitung gefragt wurden, wofür sie demonstrieren würden.
Eines wird aus diesem Zitat deutlich: McDonald's genießt weiterhin ein sehr gutes Image und ist besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Burger für 1€, Softdrinks, Pommes, Eis oder doch lieber ein Muffin? - Der Fast-Food-Riese bietet ein breitgefächertes Angebot, unschlagbare Preise und auch geschmacklich kann der Konzern seine Kunden überzeugen. Doch wie kann ein Unternehmen seine Produkte so günstig vertreiben und trotzdem seinen Gewinn auf über eine Milliarde Dollar steigern?

McDonald's investiert unglaubliche Summen in Werbung, um dem Unternehmen einen freundlichen, familiären und umweltbewussten Anstrich zu geben. Außerdem lockt das Unternehmen kleine Kinder mit angeblich kostenlosem Spielzeug und sorgt dafür, dass gleichzeitig auch deren Eltern in den Filialen essen.
Zum Thema Umweltschutz lassen sich auch verschiedene Informationen auf der Internetseite finden, wo es heißt, dass McDonald's "hohe Standards für aktiven Umweltschutz" setzt und versucht seine Produktionsabläufe zu verbessern. Da versucht man dem Kunden ernsthaft weis zu machen, dass es ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz sei, wenn Mitarbeiter den Müll um die Filialen herum aufsammeln. Müll, welcher nicht angefallen wäre, wenn es den Konzern nicht geben würde. Weiter heißt es auf der Internetseite:"McDonald’s arbeitet kontinuierlich daran, die Wiederverwertung der entstehenden Abfälle zu verbessern. Mittlerweile liegt die Recyclingquote bei rund 90 Prozent[...]Tablettauflagen, Papierservietten und das Toilettenpapier in den Restaurants sind sogar zu 100 Prozent recyclebar." - Das klingt ja richtig gut und lässt McDonald's verantwortungsbewusst erscheinen und doch ist der Einsatz von recyceltem Material ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn man sich anschaut auf welche Weise dieser Globalplayer Menschen und Umwelt ausbeutet und zerstört.

McDonald's gewinnt sein Fleisch aus Regenwaldgebieten, was der Konzern in der Vergangenheit mehrfach einräumen musste. So wird der Regenwald brandgerodet, um neue Weideflächen für Millionen Zuchttiere zu gewinnen - Das ist fatal, da so mehr und mehr Waldfläche verloren geht und eine Aufforstung oder Renaturierung nicht stattfindet, weshalb so auch das Überleben der Menschheit gefährdet wird, da die Pflanzen im tropischen Regenwald CO2 in lebenswichtigen Sauerstoff umwandeln. Des Weiteren werden einheimische Menschen vertrieben, da das Unternehmen ständig neue Anbauflächen benötigt und somit noch tiefer in den Regenwald vordringt.

Während Millionen Menschen weltweit hungern müssen, verfüttert McDonald's jährlich ca. 145 Millionen Tonnen Futtermittel an Zuchttiere. Allerdings werden so lediglich ca. 21 Millionen Tonnen Fleisch und Nebenprodukte gewonnen, was also eine extrem ineffiziente Nahrungsgewinnung ist. In diesem Fall ist es wohl auch legitim zu erwähnen, dass das Fleisch aus Massentierhaltung stammt und McDonald's uns trotz Nahrungsknappheit in den Entwicklungsländern weiter zum Fleischkonsum ermuntert.
Die Tiere werden grausam gehalten, gequält und später brutal getötet. Bei McDonald's bedeutet Massentierhaltung, dass die Tiere ohne frische Luft, natürliches Sonnenlicht und Bewegungsfreiheit "leben" müssen.
Jährlich fallen außerdem Tausende von Tonnen unnützem Verpackungsmaterial an, was McDonald's durch sein Recyclingsystem als unproblematisch darstellen will. Doch auch das Recycling dieser Materialien erfordert einen unglaublichen Energieaufwand.

Dauerhaft versucht uns der Konzern seine Produkte als gesund zu verkaufen und riskiert damit eine weitere dreiste Lüge, da die Produkte oft einen hohen Fettanteil, viel weißen Zucker und Salz enthalten. Gleichzeitig weisen die Produkte wenig Ballaststoffe und Vitamine auf und steigern somit das Krankheitsrisiko(z.B. Herzinfarkt, Krebs, Diabetes). Ebenfalls haben die Nahrungsmittel von McDonald's bereits zu Hyperaktivität bei Kindern geführt.

Doch die Ausbeutung findet nicht nur in anderen Ländern der Erde statt, sondern handelt der Konzern auch in Deutschland skrupellos: McDonald's zahlt unwürdige Löhne und auch Überstunden werden nicht bezahlt. Das Ziel ist hier, dass die Personalkosten um jeden Preis radikal gedrückt werden können. Außerdem sind die Mitarbeiter einem enormen Druck ausgesetzt, müssen schneller arbeiten und erleiden verhäuft Betriebsunfälle. Da passt es auch gut ins Bild, dass McDonald's verstärkt auf ausländische und perspektivlose Menschen setzt, die sich diesen Arbeitsbedingungen fügen müssen, um nicht die Arbeitsstelle zu verlieren. Des Weiteren ist der Konzern strikt gegen Gewerkschaften und lässt Beschwerden von Mitarbeitern nicht zu - Wer sich beklagt, wird einfach gekündigt, da McDonald's garantiert schon Ersatz hat.
Wegen Kosteneinsparungen kann es dann auch ganz leicht vorkommen, dass einer Filiale die Mitarbeiter gestrichen werden und das unterbesetzte Personal alles übernehmen muss, was bedeutet, dass die Mitarbeiter nicht einmal eine Pause machen können. Ebenfalls wird aus Zeitmangel und Kosteneinsparungen oft nicht richtig geputzt: So musste das Personal die Toiletten ohne Handschuhe und mit Papiertaschentüchern reinigen und danach ohne Händewaschen wieder Burger belegen.
Und da ist es auch gar nicht so abwegig, dass zahlreiche Mitarbeiter ständig auf die Burger gespuckt haben - aus Frust auf McDonald's!

Wer das nicht glaubt, sollte sich McSpotlight oder den Bericht von Frontal 21 anschauen.

In dem Sinne kann man nur sagen: Bon appétit.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich wurde heute von Mcdonalds gekuendigt...alles was du da geschrieben hast stimmt 100%ich weiss ganz genau was du meinst...weil ich "hinter der Kullisse "war...ich konnte sehen wie fast ein Monat Pommes,Fisch,Veggie u.a in selben Fett gemacht wurden...ich kann dir sagen wie schlimm es ist nach 8-9 Stunden die Knochen kalt zu fuehlen...Ich wollte umbedingt fuer Mcdonalds arbeiten weil ich wollte sehen genau was Mcdonalds bedeutet...und ich habe gesehen...ich will jetzt ueber diese riese Luege schreiben...und wie werden Miliarden Menschen jeden Tag verarascht...

Anonym hat gesagt…

Ein Bericht vom Tag der Kündigung ist sicherlich absolut objektiv ;-) ... ohne Worte.

Anonym hat gesagt…

"Müll, welcher nicht angefallen wäre, wenn es den Konzern nicht geben würde. "

Hmmm ... las mich überlegen, was passieren würde, wenn ich meine Bulette im Supermarkt kaufen würde. Stimmt, dort wäre sie sicher unverpackt und stammt von glücklichen Rindern, insbesondere wenn ich sie als Angebot beim ... kaufe.

Im Ernst, bitte zu ende denken!

Thorge Ott hat gesagt…

"Hmmm ... las mich überlegen, was passieren würde, wenn ich meine Bulette im Supermarkt kaufen würde. Stimmt, dort wäre sie sicher unverpackt und stammt von glücklichen Rindern, insbesondere wenn ich sie als Angebot beim ... kaufe."
-> Deshalb sollten wir ja komplett auf Fleisch verzichten. Dann hätten wir das Problem mit der Umverpackung in diesem Bereich gar nicht und würden die Umwelt enorm entlasten.
Wenn man bedenkt wieviel Futter für ein Kilo Fleisch nötig ist, ist es die ineffektivste Ernährungsweise überhaupt. Für ein Kilo Rindfleisch fallen schätzungsweise 36 Kilogramm CO2 an - so viel wie eine Autofahrt von 250 Kilometern.

Anonym hat gesagt…

jia aber manche Menschen können nicht ohne Fleisch leben ... ich könnte das nicht ich finde es auch grausam was die dort machen oder wie sie es machen aber die ganze Menschheit kann nicht ohne Fleisch leben .
Man kann auch auf andere Art zum biespiel den Papiermüll reduzieren wenn man in einer der vielen Filialen isst anstatt dort einenn Karton oder einenn Teller zu nehmen.

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