Mittwoch, 29. Juni 2011

Der WWF setzt sich für den Erhalt der Erde ein? - Schön wär's!

wwf
So sieht die typische Infopost vom WWF aus - Wer würde denn nicht gerne für den Erhalt von Eisbären und anderen Tieren spenden?

Der World Wide Fund For Nature (kurz: WWF) setzt sich angeblich für den Erhalt der Natur ein und versucht bedrohte Tierarten weltweit zu schützen. Dafür braucht die Organisation viele Spendengelder und verschickt deshalb regelmäßig Infobriefe, macht Infostände und moblisiert auch über das Internet. Und das System funktioniert: Etwa 500 Millionen Euro gehen jährlich als Spenden bei der, laut eigenen Angaben, größten Umweltschutzorganisation der Welt ein.
Eigentlich ein gutes Zeichen, da man natürlich vermutet, dass diese Gelder in Klimaschutzprojekte und für den Erhalt von verschiedenen Tierarten investiert werden. Das ist allerdings ganz und gar nicht der Fall, wie der kürzlich ausgestrahlte Dokumentarfilm "Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt " von Wilfried Huismann eindrucksvoll beweist:

Aufmerksamen Verbrauchern ist es sicherlich aufgefallen, dass der WWF schon immer gute Kontakte zu hochrangigen Entscheidungsträgern in Politik und Industrie hatte und es deshalb auch nicht verwunderlich ist, dass wir im Supermarkt ständig Produkte mit dem WWF-Logo vorfinden. Dieses soll bewussten Verbrauchern suggerieren, dass solche Produkte bedenkenlos gekauft werden können, da diese besonders umwelt- oder tierfreundlich sein sollen.
Doch auch diese Kooperationen sind eine Täuschung und offensichtliches Greenwashing, was folgende Beispiele gut verdeutlichen:

Der WWF setzt sich zusammen mit Bärenmarke für den Schutz und Erhalt der Braunbären in den Alpen ein, was eigentlich lobenswert ist. Dafür zahlt man doch gerne mehr, da man auf diese Weise hochwertige Milch bekommt und gleichzeitig Tiere schützt. Tja, nur dumm, dass Greenpeace aufgedeckt hat, dass die Milchkühe von Bärenmarke gentechnisch verändertes Futter bekommen, obwohl ein Verzicht solcher Futtermittel nur 1 Cent pro Liter mehr kosten würde. Pikant ist auch, dass der WWF sich immer gegen Gentechnik ausgesprochen hat und trotzdem diese Partnerschaft eingegangen ist.
Außerdem haben WWF und Danone zusammen einen umweltfreundlichen Becher für den Joghurt Activia entwickelt. Dieser besteht aus dem Biokunststoff PLA, welcher aus Mais hergestellt wird. Activia ist ein Joghurt, der verspricht, dass er sich positiv auf die Verdauung auswirkt und ein gutes Bauchgefühl bewirkt, was natürlich eine dreiste Werbelüge darstellt. Denn ein normaler Spaziergang hat die gleiche Wirkung und kostet im Gegensatz zu diesem überdurchschnittlich teuren Joghurt nichts, was die Verbraucherorganisation Foodwatch bereits mehrfach kritisiert hat. Trotzdem verkauft sich dieses Produkt weiterhin sehr gut und dieser Erfolg wird durch den Greenwashing-Becher vom WWF noch stärker gefördert, obwohl Mais bereits heute zu extremen Monokulturen führt und man niemals Lebensmittel für Wegwerfbecher verwenden sollte, weil so weltweite Hungerprobleme sicherlich nicht gelöst werden.
Als letztes Beispiel möchte ich auf die Zusammenarbeit von Karstadt Sports und dem WWF eingehen, welche zusammen ein Charity-Shirt entworfen haben, dass eigentlich gar keins ist. So heißt es auf der Internetseite vom WWF:
Karstadt sports verkauft exklusive Charity-Shirts, entworfen von den Yoga-Expertinnen Ursula Karven und Kim Steeb, zu Gunsten des WWF.
[...]
„Die Welt braucht mehr Fairness und Respekt vor der Natur – ‚joy natural life’ steht genau dafür: für Verantwortung und Nachhaltigkeit“, so Ursula Karven. „Wir sind dankbar, mit dem Verkauf der Charity-Shirts zusammen mit Karstadt sports einen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Umwelt leisten zu können.“ Die Charity-Shirts werden in den Farben eierschale, grau und beige angeboten und bestehen aus 100 Prozent Organic Cotton. Der Verkaufspreis beträgt 24,95 €. Je Shirt wird dem WWF ein Betrag von 2,50 € für Projekte zum Schutz des Amazonas und des Jaguars zur Verfügung gestellt.
Dieses Shirt ist nicht Fair Trade zertifiziert und stammt somit aus Kinderarbeit und ausbeuterischen Verhältnissen, wo den Mitarbeitern schlechte Löhne gezahlt werden und sehr schlechte Arbeitsverhältnisse herrschen. Des Weiteren wird nicht erwähnt durch welche unabhängige Institution das Organic Cotton (Bio-Baumwolle) zertifiziert wurde und ob überhaupt eine Zertifikation stattfindet. Bio kann man schließlich überall draufschreiben. Ein Fair Trade Shirt aus echter Bio-Baumwolle bekommt man für das gleiche Geld und leistet damit einen echten Beitrag zum Umweltschutz und entlohnt die Arbeiter auch gerecht. Da helfen auch keine 2,50 Euro pro Shirt für den Erhalt des Jaguars.
Diese und weitere fragwürdige Kooperationen sind hier zu finden!

Gehen wir genauer auf den oben genannten Dokumentarfilm ein, wird das wahre Gesicht vom WWF deutlich. So arbeitet die Umweltschutzorganisation mit Unternehmen zusammen, die Tropenwälder vernichten und somit auch den Lebensraum bedrohter Tierarten zerstören. Der Film startet in Indien, wo nach Angaben des WWF noch 1400 Tiger leben. Doch statt dem Schutz der Tiger bietet die Organisation dort Tiger-Safaris an, bei welchen die Teilnehmer mit Geländewagen tief in die Wälder fahren, um einen dieser bedrohten Tiger zu sehen. Dieser Spaß kostet stolze 10.000 Dollar, die direkt an den WWF gehen. Eingeborene werden aus den Wäldern bewusst vertrieben und müssen dann oft für den WWF arbeiten.
Darüber hinaus wird mit Unternehmen kooperiert, die Wälder auf der indonesischen Insel Borneo roden, um auf den Flächen Palmölplantagen anzulegen. Dadurch werden Orang-Utans bedroht, die der WWF sonst verspricht zu schützen. Dabei wird behauptet, dass es sich um einen nachhaltigen Anbau von Palmöl handelt, was gar nicht stimmen kann, weil so Monokulturen geschaffen werden.
Des Weiteren deckt der Film auf, dass der WWF Beziehungen zum Chemiekonzern Monsanto unterhält, welcher bewusst gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit anbaut und Bauern durch Saatgutlizenzen in finanzielle Schwierigkeiten bringt.
In Argentinien konnten so die Monokulturen von Monsanto durch den WWF gesellschaftsfähig gemacht werden. So wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass Gen-Soja gut sei und es sogar nachhaltig produziert werden kann. Dieses Soja wird für die Herstellung von Biodiesel in Europa und den USA verwendet. Platz für andere Pflanzenarten oder die Tierhaltung gibt es dadurch nur noch sehr begrenzt. Die von Monsanto verwendeten Pflanzenschutzmittel greifen das Erbgut und die Gesundheit der dort lebenden Menschen radikal an.
Dieses uns viele weitere unangenehme Wahrheiten über den WWF und den damit verbundenen Lobbyismus gibt es in der Doku zusehen.

Nach der Ausstrahlung bildete sich eine enorme Protestwelle gegen den WWF, welche aktuell in einem Wiki versucht die Anschuldigungen zu belgen oder ggf. zu entlasten. Auch auf der verbraucherkritischen Plattform Utopia wurde das Thema stark diskutiert. Dort schreibt beispielsweise eine Userin: "Nee, wirklich glaubwürdig ist WWF nicht mehr. Wer sich von Monsanto kaufen läßt, ist doch bereit, jedem sein grünes Mäntelchen für ein paar Kröten zu leihen."
Um sich der Kritik zu stellen, hat der WWF eine eigene Diskussions-Plattform eingerichtet, auf welcher die User die Machenschaften der Organisation scharf kritisieren.

Ich habe aus Überzeugung selbst für den WWF gespendet, weshalb es mich besonders trifft, dass die Organisation in solche Machenschaften verstrickt ist. Wir sollten nicht locker lassen und lieber andere Organisationen wie Greenpeace, BUND oder Attac fördern, denn da steckt garantiert noch mehr Glaubwürdigkeit und definitiv weniger Industrie-Lobbyismus hinter.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

mais führt zu monokulturen und das t-shirt ist nicht fair trade zertifiziert ist also kinderarbeit!! ?? das erste is sinnmäßig schwachsinn, wie kann mais denn zu monokulturen führen das machen schließlich wir und nich der mais, und das zweite is der coolste schluss der welt quasi wie bei galileo mystery (beispiel für einen gedankenschluss ala gm: warum steht etwas von der heiligen lanze in der bibel und wir können sie trotzdem nicht finden.... hmm da gibt es nur eine logische erklärung: der vatikan hat alles was mit der heiligen lanze zusammenhängt und jene selbst natürlich in seinem geheimen unterirdischen verließen versteckt um der menschheit diese monumentale entdeckung vorzuenthalten!)

Thorge Ott hat gesagt…

Hallo,
danke für ihren Kommentar!

Es ist korrekt, dass Mais selber nicht zu Monokulturen führen kann, sondern der Mensch diese verursacht. Anders geht es doch auch gar nicht?!

Eine Faustregel ist, dass im Prinzip jegliche Kleidung, die nicht fair trade zertifiziert ist, aus ausbeuterischen Verhältnissen und somit auch Kinderarbeit stammt.

Den restlichen Teil des Kommentars verstehe ich nicht, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich Galileo Mystery noch nie gesehen habe. Sie können mir den Teil ja nochmals verständlich erklären...

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