Mittwoch, 20. Juli 2011

Converse - Mitarbeiter werden misshandelt und ausgebeutet!

ConverseJeans
Trendige und angesagte Schuhe - Doch dafür müssen täglich viele Arbeiter leiden
Bildquelle: By Jorge Barrios (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wer hätte schon gedacht, dass Basketballschuhe einen so großen internationalen Erfolg erzielen? Das Unternehmen Converse, seit 2003 zu Nike gehörend, konnte bis heute welweit über 600 Millionen dieser Schuhe verkaufen. "Chucks" werden die Schuhe umgangssprachlich genannt und sind für verschiedene Gruppierungen und Personen ein Identifikationsmittel.

Bereits in der Vergangenheit ist der Kleidungshersteller Nike mehrfach in die Kritik geraten, da bei seinen Zulieferern Fälle von Ausbeutung und Kinderarbeit bekannt geworden sind. Jegliche Schuld wies der Konzern damals von sich und versprach bereits 2001 strengere Kontrollen und eine genauere Auswahl der Zulieferer, was so aber nie ernsthaft umgesetzt wurde. CorpWatch beschuldigt Nike, dass der selbstverpflichtende Code of Conduct und die eigenen sozialen Projekte scheinheilig sind und nur zur Imageverbesserung dienen.
Jetzt sind weitere Misshandlungen in den Produktionsstätten von Converse aufgedeckt worden. Mitarbeiter in den indonesischen Fabriken berichten von Schlägen ins Gesicht und Schuhwürfen ihrer Vorgesetzten. Außerdem wurden die Arbeiter als Hunde und Schweine beschimpft, was besonders in einem muslimisch geprägtem Land als schwere Beleidigung gewertet wird.
Nike bestätigte die Vorwürfe und wies darauf hin, dass der Konzern selber wenig dagegen tun kann. Des Weiteren räumte das Unternehmen ein, dass die Fabriken nie ernsthaft inspiziert wurden und somit auch seit mehreren Jahren nicht die Einhaltung des Verhaltenskodex gewährleistet werden konnte.
Diese Umstände sind in der Textilindustrie kein Einzelfall. Die Mitarbeiter sind dennoch weiterhin gezwungen sich diesen Umständen anzupassen, weil jegliche Kritik den Job kosten kann. Eine Mitarbeiterin sagte gegenüber dem Nachrichtendienst AP aus: "Unsere einzige Wahl ist: Bleiben und leiden oder etwas sagen und gefeuert werden." Schätzungsweise 10.000 Arbeiter, davon fast ausschließlich Frauen, sind in den Produktionsstätten beschäftigt und erhalten lediglich einen halben Dollar (36 Cent!) pro Stunde. Verschiedene Angestellte berichten außerdem, dass sie geschlagen und bis zum Bluten gekratzt wurden.
Bislang hat Nike noch keine ernsthaften Maßnahmen unternommen, um in Zukunft solche Vorfälle zu verhindern und eine gerechte Entlohnung und Behandlung der Arbeiter sicherstellen zu können.

Wer solche Zustände nicht tolerieren möchte, muss in Zukunft auf Nike und somit auch auf Converse Produkte verzichten. Mit solchen unmenschlichen Machenschaften darf ein Konzern kein Geld verdienen!

- Nachtrag, 21.07.11 -
Es gibt eine fair gehandelte und ökologische Alternative zu den Converse Schuhen. Das Unternehmen "Ethletics" produziert diese Schuhe unter fairen Arbeitsbedingungen in Pakistan und verwendet ausschließlich Bio-Baumwolle und FSC zertifizierten Naturkautschuk für die Sohlen. Rund 50-60 Euro kostet ein Paar und ist unter fairdealtrading.de zu bekommen.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sehr guter Artikel !!!
Ich habe kürzlich ein Buch (made in Vietnam) über die Ausbeutung der Aebeiterinnen gelesen, EINFACH SCHRECKLICH aber ich kann das Buch nur weiter empfehlen !!

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