Samstag, 24. September 2011

H&M und das Märchen von der Öko-Kleidung

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H&M - Mainstream-Mode für die breite Masse. Das geht auf Kosten der Angestellten.
Bildquelle: By Wistula (Own work) [GFDL or CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Wer an Kleidung denkt, denkt warscheinlich auch an die schwedische Modekette H&M, die ihren Ursprung in der Provinz Västerås hat. Das 1947 gegründete Unternehmen ist heute eines der bekanntesten Textileinzelhandelsunternehmen weltweit und unterhält über 2000 Filialen in 35 Ländern, davon ein Großteil in Deutschland. Genauer gesagt sind es 346 Geschäfte in 202 deutschen Städten. Verwunderlich ist das nicht, denn gerade deutsche Verbraucher scheinen das Unternehmen zu schätzen und sorgen so für unglaubliche Umsatzzahlen. 2008 konnte H&M schätzungsweise 10,8 Mrd. Euro Umsatz verzeichnen. Alleine der deutsche Markt macht gut ein Viertel des gesamten Umsatzes aus.

Im Onlineshop von H&M zeigen sich lächelnde Modells mit Kleidung im 70er Jahre Stil. Warum es ausgerechnet dieser Zeitabschnitt sein muss, weiß natürlich niemand. Wenn H&M Kleidung in diesem Stil anbietet, dann kauft die Mehrheit der Verbraucher diese Textilien auch. Das Unternehmen bestimmt diesen Markt in gewisser Weise und gibt vor, was in den einzelnen Ländern gerade "in" ist. Natürlich wechselt der Stil ständig, damit die Verbraucher fleißig neue Kleidungsstücke kaufen. H&M macht es ganz simpel: Wenn sie eine neue Kollektion veröffentlichen, ist die vorherige Ware einfach nicht mehr "schick". Ökologisch sinnvoll ist das nicht und gerade hier entlarven sich doch alle Kunden, die durch Mode und ihr optisches Erscheinungsbild ausdrücken wollen, wie extrem individuell sie doch sind. Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass die Mehrheit der Bevölkerung diese indirekte Diktatur akzeptiert und sich vorschreiben lässt, was gerade getragen wird. Aus dieser Mode-Diktatur zu entkommen, gestaltet sich aber auch als durchaus schwierig, weil andere Modekonzerne nach dem gleichen Prinzip arbeiten. In der Textilbranche sind die Verbraucher unmündig geworden und nehmen das, was man ihnen vorsetzt.

Ich klicke mich weiter durch den Shop und muss feststellen, dass die gezeigten Modells absichtlich eine ganz heile Welt vorleben. Sie sind schlank, gewiss ganz hübsch und lächeln so glücklich dem Kunden zu, dass man fast den Eindruck bekommen könnte, dass die gezeigten Personen in einer ach so perfekten Welt leben und man selbst auch soweit kommen kann. Vorausgesetzt man besitzt die Kleidung von H&M, die einen erst zu auch so einer glücklichen Person macht. Einige Textilien sind durchaus hübsch, das kann man nicht abstreiten, und doch frage ich mich, wer einen rosa Blazer, Baseballjacken oder ampelähnliche Westen trägt. Naja, wenn es die Modells tragen und H&M das anbietet, kann es ja nur "schick" und individuell sein. Irrglaube hoch 10!
Gut, gut, man kann natürlich über die Optik viel diskutieren und sicherlich gibt es Menschen, die von diesen Styles überzeugt sein mögen. Das soll auch gar nicht das Thema sein. Mir stellt sich eher die Frage, wie ein Konzern so günstig produzieren kann. Eine Jeans für weniger als 20 Euro, das bunt gemusterte Kleid für unter 15 Euro oder ein Paar Sneaker für 6,95 Euro. Wie machen die sowas?

Niemand muss viel Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben, um verstehen zu können, dass ein Produkt dieser niedrigen Preisklasse, sofern man es mit Gewinn verkaufen möchte, extrem billig hergestellt werden muss. Da H&M keine eigenen Produktionsstätten betreibt, wird die Ware von fast 700 externen Produzenten in 20 verschiedenen Ländern gefertigt. Hauptsächlich aus Asien stammen die Textilien, die auch in deutschen Filialen hängen!
Für diese billige Mode zahlen die Verbraucher letztlich aber doch einen sehr hohen Preis, da H&M seine Angestellten gnadenlos ausbeutet, Kinderarbeit duldet und für den Umweltschutz keine Maßnahmen ergreift. Report Mainz hat hinter die Fassade der Modekette geschaut und unmenschliche Zustände aufdecken können:
Die Reise führt in das Billiglohnland Bangladesch, wo ein Großteil der Kleidung von H&M produziert wird. Die Straßen sind verdreckt, viele Menschen leiden unter Armut und gerade die Textilindustrie leidet hier stark unter den Einflüssen internationaler Konzerne. Bereits seit 2006 protestieren die Näherinnen und Näher für bessere Arbeitsbedingungen und gute Löhne; passiert ist seitdem nichts! Selbstverständlich hat das Unternehmen Maßnahmen unternommen, zum Beispiel die Veröffentlichung eines Firmenvideos, welches glückliche Angestellte in den Fabriken zeigt und in dem von Verantwortung gesprochen wird. Wer bei H&M kauft, darf trotz Billiglohn ein gutes Gewissen haben. Das klingt natürlich alles sehr schön und hat mit der wirklichen Realität nichts gemeinsam. Statt solche trügerischen Videos zu veröffentlichen, die nur der Imageverbesserung von H&M dienen, müssen die Umstände vor Ort verbessert werden.
Eigentlich sind es unfassbare Umstände, die beispielsweise in der Hauptstadt Dhaka herrschen. Die Fabrik nennt sich "Haus des Sonnenscheins", beschäftigt rund 1700 Menschen und ist eine von vielen Produktionsstätten, die für das Unternehmen Kleidung fertigen. Kritisch dürfen sich die Arbeiter in der Öffentlichkeit nicht über die Umstände in den Fabriken äußern, da H&M und viele weitere Markenfirmen dieses verbieten. Gegenüber Report Mainz haben sich einige Arbeiter für ein Interview bereiterklärt: Sie leben in einem der ärmsten Slums von Dhaka, verdienen monatlich umgerechnet 40 Euro, was selbst in einem Billiglohnland ein Hungerlohn ist und auch etliche unbezahlte Überstunden beklagen sie. "Wir werden gezwungen Überstunden zu machen, manchmal tangelang. Wenn die Arbeit bis 3:00 Uhr morgens nicht fertig ist, wird man gezwungen bis 5:00 Uhr zu arbeiten", beklagt einer der Arbeiter. Sollte die Arbeit bis dann nicht geschafft worden sein, ist man gezwungen bis 12:00 Uhr am nächsten Tag zu arbeiten, sodass sie teilweise 3 Tage durcharbeiten!
Außerdem berichten sie, dass sie beschimpft, am Nacken gepackt und geschlagen wurden. Frauen, die sich nicht auf die sexuellen Wünsche der Aufseher einlassen, werden geschlagen und beschimpft. H&M weist jegliche Schuld von sich und gelobt Besserungen, indem das Management der Zulieferbetriebe ausgewechselt wurde und sogenannte "Welfare Officer" ihre Arbeit aufgenommen haben. Das löst das Problem jedoch nicht, da so die eigentlichen Missstände überschattet und weiterhin Hungerlöhne gezahlt werden.
Des Weiteren macht die Ausbeutung der Angestellten auch nicht vor den Baumwollfarmern halt, die ebenfalls Hungerlöhne erhalten und unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen Baumwolle pflücken müssen. Hauptsächlich bezieht das Unternehmen Baumwolle aus Usbekistan, sodass Kinderarbeit vorprogrammiert ist, da die Baumwollernte durch Kinder staatlich verordnet ist. Statt in der Schule zu lernen, gehen die Lehrkräfte mit den Kindern auf die Felder und beobachten diese bei der Arbeit.

Kinderarbeit auf dem Baumwollfeldern und bei der Herstellung, Hungerlöhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen - Warum unternimmt H&M nicht ernsthafte Maßnahmen, die die Probleme an der Wurzel anpacken? Niemand zwingt das Unternehmen dazu, zumal die Verbraucher diese niedrigen Preise stets verlangen. Sie sind also mit verantwortlich dafür, dass die Preise so gedrückt werden und zahlreiche Menschen am anderen Ende der Welt darunter leiden müssen. Bloß nicht mehr für Kleidung ausgeben...
Aber selbst gegen die Kinderarbeit unternimmt H&M nichts ernsthaftes und gibt ganz offen zu: "Wir glauben nicht, dass ein Boykott den gewünschten Effekt für die Situation der Kinder und Menschen in Usbekistan hätte." Frei nach dem Motto: "Wenn wir nichts mehr aus diesem Land kaufen, verlieren die Leute dort ihre Arbeitsplätze". Das mag auf kurze Sicht stimmen und doch hat ein Boykott eine weitreichende und nachhaltige Wirkung, da so auf lange Sicht Unternehmen gezwungen sind ihre Produktionsabläufe zu ändern und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Es ist also ein sehr peinliches Argument, was das schwedische Unternehmen dort liefert.
Und auch hier wird abermals deutlich, dass H&M die wirklichen Ursachen der Probleme nicht erkennen will und reine Imageplege betreibt, da die Modekette alle Baumwollankäufer und Spinnereien dazu aufgefordert hat freiwillig auf Baumwolle aus Kinderhand zu verzichten. Gerade in der Textilbranche werden freiwillige Auflagen fast nie eingehalten, das weiß auch H&M. Eine weitere wirkungslose Zusammenarbeit besteht zwischen UNICEF und H&M, die gemeinsam Behörden und Familien über die negativen Folgen von Kinderarbeit aufklären möchten. Was bringt es denn, wenn man hungernden Familien erklärt, warum Kinderarbeit schlecht ist? Sie sind auf die Mehreinnahmen angewiesen und können ihre Kinder in der Regel gar nicht vor solchen Beschäftigungen schützen. Absolut wirkungslos also. Stattdessen könnte man lieber Stoffe ohne Kinderarbeit beziehen und auch Produktionsstätten auswählen, die bewusst keine Kinder beschäftigen, was definitiv mehr erreichen würde.
Ein weiteres Beispiel macht deutlich, dass H&M die Verantwortung und den Handlungsbedarf an andere Institutionen abrückt. Im Jahr 2010 forderte H&M die Regierung von Bangladesch auf den gesetzlichen Mindestlohn an die anfallenden Lebenskosten anzupassen. Warum zahlt H&M nicht gleich mehr Lohn, anstatt andere dazu aufzufordern? Das wäre effektiver und würde auch garantiert durchgesetzt werden, zumal ein Mindestlohn keine Garantie für eine Existenzsicherung ist.

Ein Beispiel dafür möchte ich aus einem vorherigen Blog-Artikel geben: "[...]The North Face lässt einen großen Teil des Sortiments in diesen Fabriken herstellen und zahlt jedem Angestellten den gesetzlichen Mindestlohn von 174 Dollar pro Monat, wovon 3 Prozent für die Rentenversicherung und 6,2 Prozent für die Krankenversicherung abgezogen werden. Rund 158 Dollar bleiben einer solchen Arbeitskraft dann für die restlichen Ausgaben, was unter keinen Umständen für ein normales Leben ausreicht. [...]" - Faire Löhne sollte H&M zahlen, statt die Verantwortung auf eine Regierung zu übertragen.
Darüber hinaus verhindert das Unternehmen gezielt die Bildung von Betriebsräten in Deutschland und geht gegen diese sogar juristisch vor.
Und wer soviel Kritik einstecken muss, ist gezwungen auf neue Werbestrategien zu setzen. Besonders beliebt bei Firmen, die negative Schlagzeilen machen, ist das "grünwaschen" der eigenen Betriebsabläufe. Sich so umweltfreundlich, sozial und nachhaltig wie möglich zu präsentieren, weil für immer mehr Verbraucher Umweltschutz und soziale Verantwortung zum Kaufargument werden. Diese Zielgruppe will H&M nicht verlieren, obwohl sie es eigentlich müsste.
Selbstverständlich lässt sich im Onlineshop auch eine Kategorie finden, die sich "Im Einklang mit der Natur nennt". Ach, wie nett. Aber ich werde enttäuscht, denn über Nachhaltigkeit und Umweltschutz erfahre ich nichts, sondern bekomme Modells vorgesetzt, die in Norwegerpullovern und Holzfällerhemden über Felsen und Grasflächen wandern. So wird man also "one with nature". Ich verstehe.
Aber dann finde ich doch noch die unternehmerischen Verantwortungen, die H&M im Internet verspricht. "Wenn es um Nachhaltigkeit geht, haben wir eine Vision: Unser gesamtes Unternehmen sollte wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig arbeiten. Nachhaltig bedeutet für uns, dass wir sowohl den Bedürfnissen unserer Generation gerecht werden, als auch denen zukünftiger.", heißt es dort. Man verspricht, dass man ethisch handelt und verantwortlich mit natürlichen Ressourcen umgehen würde. Wie passt diese Versprechung, wenn man seine Angestellten brutal ausbeutet, misshandelt und Kinder für sich arbeiten lässt? Krasse Lüge seitens H&M!

Ebenfalls fragwürdig ist die "Öko-Kleidung" von H&M, die angeblich aus "nachhaltigen und ökolgischen Materialen" gefertigt wird. Man setzt Bio-Baumwolle, recycelte Materialen und Hanf ein, was auf den ersten Blick vorbildlich erscheint und doch trügerisch ist. Tatsächlich macht Hanf nur einen minimalen Anteil im Produktsortiment aus und die hochgelobte Bio-Baumwolle ist gar nicht bio. Es handelt sich um sogenanntes "Better Cotton", welches mit weniger Pestiziden auskommt, durch sinnvollere Bewässerungsmethoden weniger Wasser verbraucht und die Anbauböden schont. Das klingt alles schön und doch ist es nicht weit genug gedacht, weil durch dieses Better Cotton echte Bio-Baumwolle weiter verdrängt wird und dem Verbraucher so suggeriert wird, dass BC die gleichen Eigenschaften wie richtige Bio-Baumwolle hat. Das stimmt nicht, denn für diese gelten erheblich strengere Auflagen, sofern diese nach GOTS zertifiziert ist. Better Cotton ist zwar besser als konventionelle Baumwolle und dennoch meilenweit von echter Bio-Baumwolle entfernt. Und was bringen ökologische Stoffe und recycelte Materialien, wenn diese Bio-Stoffe aus Kinderarbeit stammen und die Produkte unter unethischen Bedingungen genäht wurden?

H&M muss sich ändern und das können wir nur durch einen breiten Boykott erreichen. Hört auf bei H&M zu kaufen und steigt auf Fair Trade Kleidung aus echter Bio-Baumwolle um! Nur so kann H&M zum echten Umdenken bewegt werden, was letztlich die Arbeitsverhältnisse verbessert und gerechte Löhne schafft. H&M muss endlich aufhören die Umwelt und Menschen in Billiglohnländern brutal auszubeuten!

13 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ist mal eine Meinung über das Thema finde ich echt gut das du dich damit beschäftigst !!

Lisa hat gesagt…

Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich finde es gut, dass Du verschiedene Aspekte mit einbeziehst. Die Produktion und die Arbeitsverhältnisse hast du gut beschrieben und deine Kritik ist begründet. Interessant finde ich Deine Idee mit der Dikattur der Kollektionen. Den Zusammenhang zwischen der ständig wechselnden Mode und der Masse der ständig neu produzierten Kleidungsstücke habe ich bisher nicht so deutlich gesehen. Aber Du hast natürlich recht. Zeitlose Kleidungsstücke sind ökonomischer.
Liebe Grüße von Lisa.

Tammi hat gesagt…

Die Masche mit den ständig wechselnden Kollektionen die dazu führen das man immer wieder neu einkauft, weil das was man schon besitzt nicht mehr "In" ist, hast du auch mir nochmal wunderbar gezeigt.Ist mir vorher gar nicht so bewusst gewesen..
Mach weiter so mit deinen Texten.
Du machst sie immerhin auch verständlich :)

nadja hat gesagt…

sehr guter und ausführlicher text. kaufe schon seit jahren nicht mehr bei h&m ein und hoffe sehnlichst, dass viele viele menschen es mir gleichtun, denn so kann es nicht weiter gehen. habe selbst kinder und kann es einfach nicht verstehen, das manche mütter tatsächlich meinen, das sie günstig einkaufen müssten, wäre ein tragfähiges argument um weiterhin bei diesen konzern einkaufen zu gehen.

Anonym hat gesagt…

lächerlich.

Thorge Ott hat gesagt…

Hallo,
was ist daran lächerlich? Bitte konkretisieren ;)

Tanja Blees hat gesagt…

Finde ich super, ich habe mich auch mal mit dem Thema befasst, seit dem ich es weiß kaufe ich absolut nichts mehr bei H&M!!!!
Meine Schwester sagt, wenn ich auf sowas sage, dürfte ich nirgend wo mehr meine Kleidung kaufen. Aber ich kann schließlich nicht die ganze Welt retten. Aber wenn man mit einer Sache anfängt, ist es ein Fortschritt. Auch für mich, denn mein Gewissen würde damit nicht klar kommen! Super sache, danke für den Beitrag :-))))

Thorge Ott hat gesagt…

Hallo Tanja,
das ist schon einmal ein guter Anfang, sehr gut! :) Aber auch die andere Modeketten produzieren meistens nicht unter besseren Bedingungen. Schau doch mal, ob dir die Fair Trade Kleidung zusagt - den Link findest du im Artikel!

Schöne Grüße

Hannes hat gesagt…

Die Behauptung, H&M verarbeite nur "Better Cotton" und keine Bio-Baumwolle ist widerlegt.
2010 war H&M größter Verarbeiter von zertifizierter BIO-Baumwolle.
Siehe:(Seite 3)
http://textileexchange.org/sites/default/files/te_pdfs/2010%20Global%20Market%20Report%20on%20Sustainable%20Textiles-Executive%20Summary.pdf

Thorge Ott hat gesagt…

Hallo Hannes,
vielen Dank für die Information. Mir ist durchaus bekannt, dass H&M vermeintliche Bio-Baumwolle verwendet, was im Sortiment letztlich aber nur einen sehr geringen Teil ausmacht. Nicht ohne Grund hat H&M 2005 die Better Cotton Initiative (BCI), mit verschiedenen anderen großen Textilkonzernen zusammen, gegründet. Better Cotton macht mit Abstand den viel größeren Anteil aus und das soll zukünftig auch so bleiben. Das schreibt Hendrik Heuermann übrigens auch hier: http://www.utopia.de/magazin/better-cotton-die-neue-nachhaltigkeit-von-h-und-m-und-co-bio-oeko-fair-mode?all

Es weist darauf hin, dass man Better Cotton und Organic Cotton parallel verwenden möchte, was einfach nicht ausreichend ist. Wenn es H&M mit der Nachhaltigkeit wirklich ernst meint, muss das Sortiment zu 100% aus GOTS zertifizierter "echter" Bio-Baumwolle bestehen, weil dieses Zertifikat die strengsten ökologischen Kriterien aufweist und zugleich auch faire Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion garantiert. Die Bio-Baumwolle von H&M mag ja sicher ein guter Schritt sein, ist aber viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass diese vermutlich von Kinderhänden gepflückt wird bzw. die Arbeiter miserable Löhne bekommen.

H&M könnte komplett auf GOTS-Baumwolle umsteigen, alles andere ist pure Imagepflege und letztlich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Des Weiteren müssen die Kleidungsstücke hochwertiger werden, weil ansonsten der massive Konsum von H&M Kleidungsstücken so weiter läuft. Da müssen auch die Verbraucher mitdenken und handeln.

Anonym hat gesagt…

Sehr netter Artikel. Finde es immer wieder super, wenn sich Menschen mit diesem Thema befassen. :)

Auch sehr interessant: H&M hat einen Gewinn von ca. 300 %. Die Produktionskosten, Löhne der Mitarbeiter etc. abgezogen.. Wenn die Artikel um 50 - 70 % reduziert werden, erzielt H&M immer noch riesen Gewinne!! --> Etwas höhere Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind da doch möglich!

Andere Bekleidungshersteller, die Luxusmode und vor allem ihren Namen verkaufen, erzielen sogar noch viel mehr und produzieren ja bekanntlich auch in China etc.

Zum Vergleich: T-Shirt von H&M = 15 €, T-Shirt vom "Luxusmodenhersteller" = 300 €...

Und nicht H&M dirgiert was in ist, es wird von einer Organisation (weiß leider nicht wie sie heißt) schon zwei Jahre im Voraus beschlossen, welche Stoffe und Farben angesagt sein werden, damit eine Art Gerechtigkeit innerhalb des Wettbewerbs für Designer/Bekleidungshersteller herrscht und Stoffe rechtzeitig gewebt werden können.


Anonym hat gesagt…

"In der Textilbranche sind die Verbraucher mündig geworden"
Wohl eher unmündig nach dem Sinn des Satzes.

Thorge Ott hat gesagt…

Hallo,
vielen Dank für den Hinweis. Der Fehler wurde korrigiert.

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