Donnerstag, 17. November 2011

Am 26. November ins Wendland - Den Castor-Transport ein letztes Mal stoppen!

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Protest gegen den Castor-Transport - Am 26. November auf ins Wendland

Auch in diesem Jahr rollt der Castor-Transport mit hochradioaktivem Müll aus der französischen Stadt La Hague in Richtung Wendland. Aller Voraussicht nach wird der Transport am 24. November in Frankreich starten und bereits einen Tag später den französisch-deutschen Grenzübergang zwischen Lauterbourg und Wörth (Rheinland-Pfalz) überqueren, weshalb dort massenhafte Blockadeaktionen geplant sind. Die Polizei wird dafür sorgen, dass jegliche Blockadeaktionen vor Ort verhindert werden, damit der Castor-Transport problemlos weiterfahren kann. Ziel ist dann der Salzstock Gorleben, wo die Castoren in Zukunft dauerhaft eingelagert werden sollen.

Um was genau geht es beim Castor-Transport und weshalb sollte ich dagegen protestieren?
Als Castor wird ein 120 Tonnen schwerer Metallbehälter, befüllt mit hochradioaktivem Atommüll in festem Zustand, bezeichnet. Diese Behälter werden dauerhaft in einem Endlager (z.B. Gorleben) eingelagert, wo die Gefahr besteht, dass diese irgendwann undicht werden. In Verbindung mit Wasser hätte das zur Folge, dass radioaktive Substanzen ausgewaschen und in der Umwelt verteilt werden. Die Castoren werden per Bahn von der Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins Wendland transportiert und dabei an vielen Stellen durch Proteste gestoppt. Für 40 Jahre wird der Atommüll in oberirdischen Zwischenlagerhallen untergestellt, die es mehrfach in Deutschland gibt. Auch in Gorleben.
Problematisch ist zudem, dass die Bundesregierung seit dem 1. Oktober den Salzstock Gorleben weiter zum Endlager ausbaut, obwohl dieser Standort gänzlich ungeeignet dafür ist. Das Salz hat beispielsweise direkten Kontakt zum Grundwasser . Noch befinden sich bisher 91 Behälter in der anliegenden Lagerhalle, die möglicherweise bald im Salzstock eingelagert werden sollen. Das es jedoch kein sicheres Endlager für den radioaktiven Atommüll gibt, hat der Fall Asse sehr gut gezeigt: Lange galt das Endlager Asse II offiziell als "Pilotprojekt" für das geplante Endlager Gorleben, ehe die Zustände in der Asse (Wasserzufluss, Einsturzgefahr und kontaminierte Salzlauge) bekannt wurden. Ein offensichtlich tolles Vorbild.
~ Mehr Infos.

Im Wendland wird es am letzten Novemberwochenende einen hoffentlich großen Protest geben, damit wir gemeinsam ein Zeichen gegen Atomkraft und die damit verbundenen Risiken setzen können. Wenn Atommüll mit dem Zug durch das ganze Land gefahren wird, um dann irgendwann in einem Endlager eingelagert zu werden, obwohl bewiesen ist, dass ein Endlager nie sicher sein kann, ist ganz offensichtlich, dass es keine Lösungen für das Atommüll-Problem gibt. Außerdem sind Katastrophen und Störfälle, wie beispielsweise in Fukushima, nie auszuschließen. Atomkraft und der damit verbundene Atommüll werden noch zahlreiche Generationen über tausende Jahre beschäftigen. Aber warum sollen ausgerechnet unsere Nachkommen für unsere Gedankenlosigkeit bezahlen müssen? - Wir dürfen uns nicht von der schwarz-gelben Regierung und der Atomlobby klein machen lassen, sondern sollten zeigen, dass wir schnellstmöglich aus dieser gefährlichen Technologie aussteigen müssen. Dafür benötigen wir am 26. November eine breite Protestbewegung im Wendland!

An diesem Tag wird es eine offizielle Großdemo in Dannenberg geben. Diese startet um 12:30 an zwei verschiedenen Auftaktpunkten mit jeweils kurzer Begrüßung. Von dort aus setzen sich die Demonstrationszüge gegen 13:00 Uhr in Bewegung, ehe sie dann am Ortsausgang von Dannenberg zur Großdemonstration zusammentreffen. Das Programm wird durch Redebeiträge, Musik und Infostände ausgeschmückt. Für 16:00 Uhr ist dann das offizielle Ende der Demo geplant.
Bereits seit Wochen mobilisieren Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltschutzgruppen und Parteien für diese Demo und bieten zahlreiche Anreisemöglichkeiten an. Es wurden Busse angemietet und auch Privatpersonen bieten teilweise Mitfahrgelegenheiten im Auto. Genauere Informationen dazu gibt es hier. Bitte den entsprechenden Abfahrtsort auswählen und die dort angegebene Kontaktperson kontaktieren bzw. am angegebenen Ort das Ticket kaufen. Momentan sollten bundesweit noch für fast alle Busse Plätze verfügbar sein. Bitte nehmt zahlreich am Protest teil, weil ansonsten auch die Organisationen auf den Kosten der Busse sitzen bleiben!

Voraussichtlich am Sonntag, 27. November wird der Castor-Transport in Dannenberg eintreffen, sodass die Castoren am Montag, in den frühen Morgenstunden, Gorleben erreichen. Da zahlreiche Proteste angekündigt sind, die nach der Großdemo stattfinden werden, kann sich der Ankunftstermin auch stark verschieben. Wer also noch nach dem 26. November im Wendland aktiv werden möchte, kann die verschiedenen Protestaktionen unterstützen. Wer schon am Donnerstag oder Freitag anreist, kann in den zahlreichen Camps unterstützend mitarbeiten.
Die bundesweite Initiative x-tausendmal quer ruft zu gewaltfreien Sitzblockaden auf, die wendländische Aktionsgruppe WiderSetzen organisiert eine bunte Blockade gegen den Transport und auch dieses Jahr wird erneut geschottert: Zum Castor Schottern ruft das gleichnamige Bündnis auf, welches den Transport aufhalten will, indem möglichst viele Menschen Schotter aus den Gleisen entfernen und die Strecke somit unbefahrbar machen. Wann genau die Aktionen stattfinden, kann natürlich momentan noch nicht gesagt werden, sondern hängt das vom Transport ab. Je nachdem, wie schnell der Zug durchkommt, reagieren auch die einzelnen Aktionsgruppen darauf.
~ Weitere Infos.

Wir sehen uns dann im Wendland, damit es der letzte Castor-Transport sein wird, der durch Deutschland rollt!

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