Dienstag, 22. November 2011

Café Libertad - eine gerechte Welt ist möglich


Mühseelige Handarbeit bei der Kaffeeernte - Dafür zahlt Café Libertad faire Löhne an die zapatistischen Kaffeekooperativen
Bildquelle: www.cafe-libertad.de

Mit acht Säcken Kaffee aus den USA begann 1999 die Geschichte von Café Libertad, um auf diese Weise die zapatistische Bewegung unterstützen und in Deutschland Arbeitsplätze schaffen zu können. Heute sind es bereits rund 7 Container, die auf 2 Lagerhallen in Hamburg verteilt sind. Bei diesem Kaffee handelt es sich um sogenannten Hochlandkaffee aus solidarischem Handel, der zum größten Teil aus Chiapas (Südmexiko) von zapatistischen Kaffeekooperativen stammt. Unterstützenswert sind diese Kooperativen, weil sie sich eindeutig gegen Ausbeutung und Unterdrückung ausgesprochen haben und basisdemokratisch organisiert sind.

Darüber hinaus wird Kaffee aus Costa Rica und von einer Frauenkooperative aus Honduras bezogen. Im Gegensatz zu anderen üblichen Kaffeeherstellern legt Café Libertad großen Wert auf fairen und ökologischen Handel, sodass die Arbeiter gerechte Löhne für ihre Arbeit erhalten und die Umwelt möglichst wenig belastet wird. Die Produkte bekannter Hersteller stammen ausschließlich aus Kinderarbeit und/oder Ausbeutung der dort lebenden Farmer. Des Weiteren wird dieser nicht biologisch angebaut, sondern kommen hier giftige Pestizide und Gentechnik zum Einsatz.
Doch die Café Libertad Kollektiv eG will weit mehr, als nur die Arbeitsbedingungen der Farmer verbessern und die Umwelt entlasten. Hierbei handelt es sich um ein Kollektiv, dass in der Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft organisiert ist. Dieses ermöglicht, dass alle Personen den gleichen Lohn erhalten und es keinen Chef oder sonstige Vorgesetzte gibt. Auf diese Weise haben die Beschäftigten die gleichen Chancen und finanziellen Voraussetzungen, unabhängig von der Art ihrer Aufgabe im Kollektiv.
Gerade in Zeiten von Lohndumping und prekärer Beschäftigung in Deutschland macht dieses Projekt Hoffnung und beweist, dass auch unter kapitalistischen Bedingungen gute Arbeitsbedingungen herrschen und faire Löhne gezahlt werden können.

Kraft Foods, Nestlè, Procter & Gamble und Sara Lee, die vier größten Konzerne im Kaffeehandel, setzen bewusst auf Kinderarbeit und Ausbeutung, um möglichst viel billigen Kaffee produzieren zu können. Auch Tchibo hat Anfang 2011 seine Preise um rund 20 Prozent angehoben, ohne die Arbeiter dafür besser zu bezahlen. Besonders im weltweiten Kaffeehandel wird die Ausbeutung sehr deutlich, weil der Rohstoff fast ausschließlich aus Entwicklungsländern stammt und der weltweite Kaffeepreis extremen Schwankungen unterliegt. Die größte Kaffeeproduktion findet in Südamerika und Afrika statt, wobei alleine in Kenia 60 Prozent und in Guatemala über 30 Prozent der Kaffeearbeiter Kinder sind. Sie können keine Schule besuchen, müssen sehr harte Arbeitsbedingungen ertragen und sind dauerhaft gifitigen Pestiziden ausgesetzt. Auch die erwachsenen Arbeiter können von ihrer geleisteten Arbeit nicht leben und schuften oft unter Hunger auf den Feldern. Die großen Kaffeekonzere nehmen diese Zustände bewusst in Kauf und verlangen dennoch sehr hohe Preise für ihren Kaffee. Hier geht es um radikale Gewinnmaximierung!
Diese Zustände will Café Libertad nicht akzeptieren und zahlt deshalb 1,90 US-Dollar pro Pfund (454g) Bio-Rohkaffee. Damit wird sogar noch mehr Geld gezahlt, als es die Regelung des Fair-Trade-Siegel vorschreibt. Darüber hinaus fördert die Genossenschaft soziale und emanzipatorische Projekte: Mit rund 44.000 Euro wurde in den letzten fünf Jahren u.a. für den Aufbau einer zahnärztlichen Notfallklinik im Caracol Morelia oder für die Versorgung der Flüchtlinge in Polhó gesorgt. Diese Hilfsgelder werden mit jedem verkauften Paket Kaffee automatisch generiert.

Des Weiteren trägt der Kaffee das deutsche staatliche Bio-Siegel, wobei die dafür erforderlichen Auflagen weit überstiegen werden. So wird der Kaffee von genossenschaftlich organisierten Kleinbauern in traditioneller Weise unter Schattenbäumen organisch-pestizidfrei angebaut. Die Kaffeekirschen werden in Handarbeit vom Fruchtfleisch getrennt und in der Sonne getrocknet. Es wird komplett auf eine industrielle Entkernung und Trocknung verzichtet.

Dennoch ist der Kaffee verhältnismäßig günstig, was mit der Geschäftspolitik von Café Libertad zusammenhängt: Besonders der Verkauf läuft ohne viel Zwischenhandel, sodass großen Wiederverkäufen, beispielsweise Supermärkten, keine hohen Rabatte von 25-45 Prozent gewährt werden. Der Kaffee wird allen Kunden zu gleichen Konditionen verkauft, um so den günstigen Preis halten zu können. Auf diese Weise müssen die hohen Rabatte nicht mitfianziert werden.
Außerdem werden keine Gewinnerzielungsabsichten verfolgt, sondern soll das Projekt in erster Linie kostendeckend arbeiten. (Überschüsse gehen in die gesetzlichen Rücklagen oder werden an die Förderprojekte verteilt.) Dafür werden keine teuren Manager und Geschäftsführer benötigt, sondern erhalten alle Mitarbeiter im Kollektiv den gleichen Lohn auf Stundenbasis. Die kurzen Transportwege ermöglichen ebenfalls Kosteneinsparungen, da die Kaffeesäcke im Hamburger Hafen ankommen, vor Ort gelagert und von dort aus vertrieben werden.
Zum Produktsortiment zählen ebenfalls Kakao, Tee, Zucker, Öle, Pasta und Kleidungsstücke. Alles unter ökologischen und fairen Gesichtspunkten produziert.

Café Libertad - eine gerechte Welt ist möglich! Weitere Infos und der Onlineshop sind hier zu finden.


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