Montag, 17. Juni 2013

Aktionswoche zum Katastrophenschutz machte Atomrisiko sichtbar


Verkleidet mit Schutzanzügen machten die AktivistInnen auf den katastrophalen Katastrophenschutz aufmerksam.

Anlässlich einer bundesweiten Aktionswoche zum Thema Katastrophenschutz fanden zwischen den 08. und 15. Juni eine Mahnwache und ein Infostand von der BI Kiel gegen Atomanlagen statt. Im Rahmen dessen wurden Informationsflyer verteilt, die abermals auf den mangelhaften Katastrophenschutz aufmerksam machten.

Speziell geht es hierbei darum, dass uns die Bundesregierung und diverse Massenmedien seit der Katastrophe in Fukushima weis machen wollen, dass Deutschland endgültig aus der Atomenergie aussteigen wird. Weiterhin sind jedoch neun strahlende Reaktoren bis zu 10 weitere Jahre am Netz, der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen und Exporte der Technik finden sogar unbegrenzt darüber hinaus statt. In dieser Zeit produzieren die Atomkraftwerke weiter große Mengen an radioaktivem Müll und stellen eine tickende Zeitbombe dar. Jeden Tag kann die Katastrophe passieren. Im Falle eines Super-GAU ständen wir vermutlich vor einer unlösbaren Tragödie, von der weitaus mehr Menschen betroffen wären, als aktuell angenommen wird. Behörden und AKW-Betreiber spielen die Gefahren herunter und behaupten, dass Berge von Jodtabletten sowie etliche Notfallpläne vollkommen ausreichend seien. Allerdings gibt es lediglich Sonderkatastrophenschutzpläne für eine Zone von 25 Kilometern um jedes Atomkraftwerk, obwohl bei einem Super-GAU 170 Kilometer von einem Reaktor entfernte Gebiete ebenfalls unbewohnbar sein können. Je nach Wetter und Menge der freigesetzten Radioaktivität kann diese Zahl sogar noch größer ausfallen. Millionen von Menschen müssten fliehen, zumal weiterhin anzuzweifeln bleibt, dass die Katastrophenschutzpläne einen ernsthaften Beitrag zur Beherrschung der Folgen leisten könnten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellte in einer Studie fest, dass der Katastrophenschutz auf ein solches Schadensmaß nicht vorbereitet ist. Das AKW Brokdorf soll noch bis 2021 in Betrieb bleiben. Selbst wenn höchste Sicherheitsmaßnahmen versprochen werden, ist das AKW Brokdorf - wie alle anderen Atomkraftwerke auch - nicht gegen Flugzeugabstürze und terroristische Anschläge geschützt. Atomkraftwerke stellen also stets ein potentielles Angriffsziel dar.
Auch der Frachterbrand im Hamburger Hafen oder das Hochwasser um das AKW Krümmel zeigen einmal mehr, dass eine atomare Katastrophe jederzeit eintreten kann und bis dato getroffene Schutzmaßnahmen vollkommen unzureichend sind.

Die BI Kiel gegen Atomanlagen fordert die sofortige Stilllegung aller weltweit betriebenen Atomanlagen und damit verbundener Atomtransporte, damit wir ähnliche Szenarien wie in Fukushima oder Tschernobyl nicht nochmals miterleben müssen!

Sonntag, 9. Juni 2013

Hochwasser: Überflutung des AKW Krümmel nicht auszuschließen!


AKW Krümmel: Bei steigendem Wasser könnte es geflutet werden!
Bildquelle: flickr, Rainer Zimmermann, CC BY-NC 2.0

Das Wasser in der Elbe droht weiter zu steigen und einen neuen Rekordpegel zu erreichen. Keller stehen unter Wasser, Menschen werden in Notunterkünfte gebracht und in diversen Teilen Deutschlands bauen HelferInnen Schutzdämme aus Sandsäcken. Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand und es zeigt sich einmal mehr, dass sich ein solcher Extremzustand nicht "einfach so" beheben lässt. In den letzten Tagen zeigten die Medien Bilder aus den Katastrophengebieten, sprachen mit Betroffenen und diskutieren womöglich noch darüber, ob in der Vergangenheit zu viele Flächen versiegelt wurden. Was aber in der medialen Landschaft und in der Gesellschaft quasi gar nicht angesprochen wird, ist das Atomkraftwerk Krümmel in der Nähe von Geesthacht.

Es liegt unmittelbar an der Elbe und droht überflutet zu werden. Die MitarbeiterInnen dieser Atomanlage bereiten sich auf eine Ausnahmesituation vor, die katastrophale Folgen haben könnte. Erstmals in der Geschichte des Kraftwerks müssten dann die Fluttore geschlossen und mobile Schutzwände errichtet werden. Gegenüber Spiegel Online gab sich ein Vattenfall-Pressesprecher zuversichtlich, immerhin verfüge das Atomkraftwerk über einen "speziellen und umfassenden Hochwasserschutz" und sei bestens für alle absehbaren Pegelstände gerüstet. Dem Kraftwerksbetreiber Vattenfall scheint das Hochwasser also keine Sorgen zu bereiten, sondern präsentiert man sich nach außen hin sicher und unbeeindruckt. Bloß keine Angst in der Gesellschaft schüren, lautet hier das Motto.

Doch unangenehme Befürchtungen sind nicht unberechtigt, immerhin ist die Anlage in Krümmel trotz der Stilllegung auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen, damit verbrauchte Brennelemente ausreichend gekühlt werden können.
Würden keine Maßnahmen ergriffen werden, wäre das gesamte Kraftwerksgelände ab einem Wasserstand von 8,50 Metern überschwemmt. Für die nächsten Tage prognostiziert das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium einen steigenden Wasserpegel. Vattenfall zeigt sich aber auch von dieser Prognose ganz und gar nicht beeindruckt und behauptet, dass die Sicherheitsvorkehrungen ausreichende Sicherheit bis zu einem einem Wasserstand von 9,70 Metern bieten würden. "Sollte das Wasser weiter steigen, droht dem Kraftwerk laut Vattenfall dennoch keine Überflutung. Dann würden die Deiche auf der anderen Elbseite brechen - und der Fluss statt des Atomkraftwerks den gesamten Landstrich südlich des Stroms fluten.", schreibt Spiegel Online.

Alleine der letzte Satz unterschreicht nochmals, wie fahrlässig Vattenfall dieser drohenden Katastrophe begegnet. Was ist, wenn die Deiche auf der anderen Elbseite doch nicht brechen und das Wasser nicht ausreichend abfließen kann? Des Weiteren werden mit dieser Behauptung die auf diesem Landstrich lebenden Menschen verhöhnt, immerhin sind auch diese dann Opfer dieser Flutkatastrophe. Wir können uns vermutlich gar nicht ausmalen, was eine Überflutung des Atomkraftwerks Krümmel für fatale Folgen hätte. Wäre die Kühlung der Brennelemente dann nicht mehr gewährleistet, käme es möglicherweise zur Atomkatastrophe, wie wir sie erst vor rund 2 Jahren in Fukushima miterleben mussten.
Es ist eine potentielle Gefahr, die von den KraftwerksbetreiberInnen heruntergespielt wird, damit die Bevölkerung gar nicht erst zum kritischen Protest aufsteht und weiterhin sorglos lebt. Käme es zu einer solchen Katastrophe, wäre vermutlich ein Umkreis von etwa 170 Kilometern verstrahlt und unbewohnbar, wobei dieser Radius unter anderem von Wetterbedingungen beeinflusst werden kann. In diesem Fall - das zeigen etliche Anfragen zum Katastrophenschutz - wäre ein ausreichender Schutz der Bevölkerung in keinster Weise gewährleistet und ganze Teile Deutschlands könnten nicht einmal flüchten, weil ihnen die Wassermengen dieses unmöglich machen würden.

Atomanlagen sind tickende Zeitbomben und drohen jeden Moment zu explodieren. So wie in diesem Fall, wenn das Wasser tatsächlich noch weiter steigen sollte. Atomkraft ist eben doch nicht beherrschbar.

Quellen:
 

(c)2010 thorgeott. Based in Wordpress by wpthemesfree Created by Templates for Blogger