Sonntag, 31. Juli 2011

Lebensmittelverschwendung - Wenn eine Gesellschaft im Überfluss lebt

SB-Ladengeschäft-Backwaren
Tag für Tag erwarten wir frische Backwaren - Dabei landen 10 bis 20 Prozent täglich im Müll!
Bildquelle: By User:Mattes (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wer um 7 Uhr beim Bäcker kauft, kann sich sicher sein, dass er das komplette Sortiment in gewohnter Frische geboten bekommt. Die logische Schlussfolgerung wäre jetzt allerdings, dass die Backwaren zum späten Abend hin alle verkauft worden sind bzw. nicht mehr das komplette Sortiment in der morgendlichen Frische zu bekommen ist. Da könnte es dann schon mal passieren, dass man nicht mehr die gewünschte Brotsorte bekommt, wenn man gegen 18 Uhr noch beim Bäcker einkauft.
Für die Unternehmen wäre das jedoch ein Desaster, da man so nicht die Bedürfnisse aller Kunden befriedigen kann und nicht die gewünschten Umsätze erzielt werden. Aus diesem Grund werden so bewusst Backwaren im Überschuss produziert, damit die Regale auch am Abend noch reichlich gefüllt sind. Ein weiteres Problem ist, dass noch in den 70 er Jahren erheblich weniger Auswahl vom Kunden gefordert wurde. Heute kann der Kunde zwischen rund 60 Brotsorten und etwa 30 Brötchensorten wählen, was die Kalkulation natürlich noch schwieriger macht und somit auch dauerhaft gefüllte Regale erfordert. Da im Überschuss produziert werden muss, bleiben täglich rund 10 bis 20 Prozent der Backwaren unverkauft und landen fast ausschließlich im Müll. Alleine in Deutschland werden etwa 500.000 Tonnen Brot und Brötchen weggeworfen, da nur ein sehr geringer Teil an Tafeln gespendet wird. Selbstverständlich handelt es sich dabei um einwandfreie Ware, die noch problemlos verzehrt werden kann. Und genau hier offenbart sich das Paradoxon, da man auf der einen Seite die Wünsche aller Kunden erfüllen möchte, um den gewünschten Umsatz erzielen zu können und dann landen auf der anderen Seite viele produzierte Backwaren im Müll. Das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr schmerzhaft und schädigt unnötigerweise unser Klima, da alleine für ein Kilogramm Brot ganze 600 g CO2 ausgestoßen werden.

Aber nicht nur Backwaren sind von dieser enormen Verschwendung betroffen, da schätzungsweise die Hälfte aller deutschen Lebensmittel im Müll landet, was umgerechnet bis zu 15 Millionen Tonnen entspricht. Man muss lediglich die Müllcontainer der einzelnen Supermärke näher betrachten und findet oft Produkte, die sogar noch mehrere Tage haltbar sind. So kann es schon vorkommen, dass man auf Nudeln, Reis und andere Produkte stößt, die noch einige Tage haltbar sind, meistens aber nicht gut liefen, weshalb dann der Restbestand vorzeitig entsorgt wird, um neuen Platz in den Regalen zu schaffen. Nicht nur bei den Backwaren wünschen die Kunden eine reichhaltige Auswahl, sondern auch in anderen Bereichen fordern wir ein umfangreiches Sortiment. So gibt es beispielsweise über 100 verschiedene Joghurtsorten, die die Kundschaft zum Kaufen annimieren sollen. Man muss dabei gar nicht lange überlegen, um feststellen zu können, dass alleine diese ganzen Joghurts niemals alle verkauft werden und somit ebenfalls im Müll landen. Das gilt selbstverständlich auch für andere Milchprodukte, Getränke, Fleischwaren und sonstige Lebensmittel. Überall bekommen wir ein immer größeres Angebot zu immer niedrigeren Preisen. Den Herstellern kann es dabei oft egal sein, dass Produkte nicht verkauft werden, da immer öfter die Umsatzausfälle bereits mit in die Preise einkalkuliert werden und somit der wirtschaftliche Schaden in Grenzen gehalten werden kann.
Außerdem gibt es auch sogenannte Tagesartikel wie Salate, Lauchzwiebeln oder Bundmöhren, die alle nur einen Tag angeboten werden dürfen und somit oft nicht verkauft werden können. Ebenfalls wird auch frisches Obst und Gemüse aussortiert, was Stellen aufweist und damit nicht mehr so ansehnlich für den Kunden erscheint.
Michael Gerling vom Bundesverband Deutscher Lebensmittelhandel ist die Problematik nicht neu: "Heute leben wir im Überfluss und müssen satte Menschen hungrig machen". Genau hier steckt das Problem, da die Ansprüche der Verbraucher enorm gestiegen sind und somit die Lebensmittelhändler unter hohem Druck stehen. In keinem anderen Bereich der Wirtschaft gibt es soviel Verkaufsfläche und Wettbewerb, wie im Lebensmittelhandel.

Was die Supermärkte tatsächlich wegwerfen, wird natürlich nicht offengelegt. Eine Untersuchung ergab jedoch, dass rund 45 Kilogramm genießbare Lebensmittel pro Filiale täglich entsorgt werden. Die Supermärkte orientieren sich dabei am Mindesthaltbarkeitsdatum des jeweiligen Produkts und sortieren dieses dann entsprechend nach Ablauf in den Müll. Problematisch daran ist allerdings, dass das MHD von der Industrie selbst festgelegt wird, keinen gesetzlichen Auflagen unterliegt und von keiner unabhängigen Institution festgelegt wird. Ein Supermarkt mittlerer Größe produziert auf diese Weise rund 500 bis 600 Tonnen Abfälle jährlich, da jeden Morgen das MHD geprüft wird und alles aus den Regalen genommen wird, was nicht mehr das angegebene Datum einhält.
Die Hersteller machen es den Supermärkten ebenfalls noch schwerer, da diese gezielt die Haltbarkeitsdaten noch mehr verkürzen und dieses mit erhöhter Vorsorge begründen.

Aber auch in Deutschland gibt es Protest gegen diese Lebensmittelverschwendung und eine im Überfluss lebende Gesellschaft. Mülltaucher werden sie genannt. Es sind eigentlich ganz normale Menschen, die es nicht akzeptieren wollen, dass so gedankenlos mit Lebensmitteln umgegangen wird. In der Regel sind sie in der Dunkelheit unterwegs und suchen gezielt die Mülltonnen von Supermärkten, Fabriken oder Bäckereien nach essbaren Lebensmitteln ab. Viele der Mülltaucher ernähren sich ausschließlich von diesem "Müll", da sie eine große Auswahl haben und viele verschiedene Lebensmittel finden. Neben Backwaren, Obst und Gemüse, lassen sich auch Milchprodukte, Süßigkeiten und ähnliches finden. Gewiss gibt es auch hier Produkte, die tatsächlich schlecht und ungenießbar sind und doch ist der Großteil der Lebensmittel noch essbar, ansehnlich und hat teilweise nicht einmal das MHD überschritten. Bislang ist es noch eine sehr kleine Bewegung, die auch nicht ernsthaft im Visier der Polizei steht, obwohl Mülltaucher sich jedes Mal aufs Neue strafbar machen, da die Lebensmittel selbst in der Mülltonne noch das Eigentum des jeweiligen Händlers/Herstellers sind. Teilweise ist Mülltauchen auch unter "containern" bekannt. Wie effektiv das sein kann, beweist der Blog "container.blogsport.de".

Doch schon lange vor dem Supermarkt beginnt die Verschwendung, da beispielsweise auf dem Kartoffelacker jene Kartoffeln aussortiert werden, die entweder zu klein, zu groß oder fehlerhaft sind, da sie für das Kundenauge nicht ansprechend genug erscheinen. 40 bis 50 Prozent der Kartoffelernte bleibt so ungenutzt auf den Feldern zurück, obwohl es sich auch hier um einwandfreie Ware handelt. Ähnliches gilt für Gurken, die nicht gerade gewachsen sind, da diese sich nicht so gut in Kartons verpacken lassen. Auch sie landen dann im Müll. Das selbe Schicksal erleiden auch viele andere Obst- und Gemüssorten, da auch hier der Handel nur genormte Ware wünscht. Des Weiteren landen täglich zahlreiche Fische und Meeresfrüchte im Müll, die nicht am gleichen Tag noch verkauft werden konnten. Auch hier wird nur ein minimaler Bruchteil verschenkt.

Es ist egal, ob wir über Süßigkeiten, Milch-, Fleisch- oder Fischprodukte sprechen und es ist ebenfalls egal, ob wir über Obst, Gemüse oder Getränke reden, da alles im Müll landet, obwohl es oft noch genießbar ist und ab und an nicht mehr die gewünschte Optik hat. Dieser Überfluss und diese Verschwendung stellen ein Problem für die Menschheit, die Tiere und unsere Umwelt dar, weil weltweit Millionen Menschen hungern, obwohl wir gute Lebensmittel gedankenlos wegwerfen, da wir zu hohe Erwartungen stellen und von diesem ständigen Konsum schon übersättigt sind. Außerdem sterben jeden Tag unzählige Tiere, die umsonst gestorben sind, da auch diese Lebensmittel im Müll landen. Gleichzeitig fügen wir auf diese Weise der Umwelt einen erheblichen Schaden zu, weil alle Produkte unter hohem Energieeinsatz hergestellt werden müssen und gerade Obst und Gemüse oft weite Transportwege hinter sich haben, um dann schließlich doch nur im Müll zu landen. Wahrlich ein extrem sinnloses System, unter dem Viele leiden.
Darüber hinaus sollte man auch an Menschen denken, die sich nicht einmal frisches Obst und Gemüse leisten können. Sie wären dankbar für solche Lebensmittel und doch landen diese einfach im Müll. Tafeln und andere Hilfsorganisationen werden schließlich nur mit einem Bruchteil versorgt, obwohl der Bedarf groß ist.
In Afrika wirkt sich die Lebensmittelverschwendung ebenfalls aus, da dort beispielsweise riesige Bananenplantagen existieren, die, aufgrund des großen Bedarfs, stets vergrößert werden müssen. Auf diese Weise verlieren Kleinbauern ihr Land und können ihre Familien nicht mehr ernähren. Auch hier sind die weggeworfenen Bananen mit verantwortlich für diese Ungerechtigkeit.
Doch auch die privaten Haushalte gehen mit Lebensmitteln unverantwortlich um, da beispielsweise in Österreich jeder Haushalt im Durchschnitt Lebensmittel im Wert von 400 Euro in die Tonne gibt. Oft werden dabei Lebensmittel gekauft, die dann doch nicht mehr gebraucht werden und sonst eben neu gekauft werden, wenn man sie doch noch braucht.

Die Menge an Lebensmitteln die in Europa und Nordamerika weggeworfen wird, würde 3 Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Wir müssen also bei uns anfangen und unser Konsumverhalten ändern. Dafür müssen wir unsere eigenen Ansprüche senken und auch Lebensmittel kaufen, die vielleicht nicht unsere erste Wahl gewesen sind. Viele Supermärkte setzen kurz vor dem Ablaufen der Produkte die Preise runter, was man als Verbraucher sehr gut ausnutzen kann, um so Produkte vor dem Müll zu retten und gleichzeitig Geld zu sparen. Es muss einem stets klar sein: Wir werfen Lebensmittel weg, obwohl Menschen hungern, Tiere sterben und unsere Umwelt leidet.

Samstag, 23. Juli 2011

Wertvolle Rohstoffe - Was alles in Handys steckt

Handy schrott mobile phone scrap
Viele alte und kaputte Handys landen in unseren Schubladen, obwohl diese noch sehr wertvoll sind. Handy-Schrott liefert viele kostbare Rohstoffe.
Bildquelle: By MikroLogika (own work, photograph) [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der BITKOM haben rund 83 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren ein eigenes Handy. Viele nutzen das Handy dabei in Kombination mit einem Vertrag oder einer Flatrate, wenngleich für viele Nutzer Sim-Karten zur günstigsten Alternative geworden sind. Rund 8 Prozent der Deutschen haben dabei noch ein weiteres Handy für dienstliche Zwecke und weitere 34,5 Prozent nutzen das private Handy auch beruflich.
Und gerade jetzt, wo unsere Gesellschaft immer stärker auf Mobiltelefone angewiesen ist, wird auch der Umgang mit solchen Geräten immer nachlässiger. Weit über eine Milliarde Handys werden dabei weltweit pro Jahr verkauft, davon alleine ca. 40 Millionen Stück in Deutschland. Bereits diese Zahlen verdeutlichen den nachlässigen Umgang mit Mobiltelefonen und machen deutlich, dass Handys heute nur noch eine sehr minimale Lebenserwartung haben. Schätzungsweise 2 Jahre wird ein Handy in Deutschland genutzt, tendenziell sogar noch kürzer. Die Gründe für diese sehr geringe Nutzungsdauer sind dabei jedoch sehr verschieden:

Es ist offensichtlich, dass wir uns in einer nach Konsum schreienden Gesellschaft bewegen, die täglich nach neuen Produkten giert. Oft ist so, dass ein Handy und auch andere elektronische Geräte für uns alt erscheinen, da wir fast täglich von technischen Neuerungen umgeben sind. Somit werden uns ständig neue Handys angeboten, die optisch und auch funktionell erheblich mehr zu bieten haben. Momentan ist dieses im Bereich der Smartphones sehr deutlich zu erkennen, wo die Hersteller ihre Produkte immer besser machen wollen und damit auch regelmäßig neue Smartphones auf den Markt bringen. Wir haben es also der Wirtschaft zu verdanken, dass wir ständig von leistungsfähigeren und teureren Handys umgeben sind?! - Nicht ganz. Die Hersteller bedienen schließlich nur unsere Bedürfnisse und somit ist es auch unsere eigene Schuld, wenn wir nach nicht einmal 2 Jahren schon nach dem nächsten Handy greifen. Natürlich wird unser Bedürfnis nach besseren Mobiltelefonen auch durch gezielte Werbung verstärkt.
Wie es für eine Konsumgesellschaft typisch ist, zählt auch in diesem Bereich folgender Spruch: "Haste was, biste was" - Teurere Handys werten also nochmals unsere Stellung in der Gesellschaft auf.

Aber genau dieser Trend zum Wegwerfen von "alten" Handys stellt gleichzeitig auch ein Problem für Tiere und Umwelt dar. Auf den ersten Blick mag man hier keinen Zusammenhang feststellen können und dennoch sind Handys ein enormer Ressourcenlieferant.
Wer sich also nun rund alle 2 Jahre ein neues Handy leistet, muss natürlich das dann ausgediente Handy entsprechend entsorgen. Oft geschieht das, indem das alte Modell einfach in einer Schublade geparkt wird und dort viele Jahre vor sich hin fristet. Das ist jedoch sehr bedauernswert, da so viele wichtige Ressourcen ungenutzt bleiben. Schätzungsweise 85 Millionen Handys gibt es in Deutschland, die alle über Coltan, Edelmetalle, Gold, Silber, Palladium und andere Rohstoffe verfügen. Da jedoch die meisten Handys ungenutzt in Schubladen verweilen, können diese nicht recycelt werden und somit müssen dann extra neue Rohstoffe zur Herstellung von Handys gewonnen werden. Das ist sehr energieaufwendig, stößt also viel CO2 aus und bedroht die Lebensräume von Tieren. Besonders beim Abbau von Coltan werden Berggorilla in der Region Uganda bedroht und getötet, da die Lebensräume dieser Tiere gezielt vernichtet werden, um aus dem gewonnen Coltan mikroelektronische Teile für die Handys herstellen zu können.
Sehr fatal ist auch die Entsorgung der ausgedienten Mobiltelefone über den Hausmüll, da die Geräte so in Müllverbrennungsanlagen landen und damit auch die wertvollen Rohstoffe komplett verloren gehen. Bei geschätzten 1000 Tonnen Handys im Jahr sind es rund 350 kg Gold im Wert von 7 Millionen Euro, die einfach verbrannt werden. Laut Gesetz müssen die Handys eigentlich als Elektroschrott entsorgt werden. Dafür müssen die Handys bei Recyclinghöfen abgegeben werden, um gemeinsam mit Computern, Fernsehern und ähnlichem in entsprechenden Containern gesammelt werden zu können. Diese Methode ist für Mobiltelefone nur bedingt geeignet, da auf diese Weise nur ca. ein Viertel des Goldes zurückgewonnen werden kann. Um mehr zu erreichen, müssen die Handys gesondert behandelt werden.

In Deutschland werden solche gesonderten Verfahren bislang kaum durchgeführt. "Umicore" in Antwerpen ist eine von nur vier Unternehmen in Europa, die Handys sachgerecht und sehr effizient recyceln. In der Regel erhält das Unternehmen die Handys von den Herstellern, wo die Kunden die Telefone abgegeben haben. Durch sehr effektive chemische Verfahren können die Edelmetalle und bis zu 10 weitere Metalle zurückgewonnen werden, z.B vor allem Kupfer, aber auch Blei, Nickel, Wismut, Zinn, Antimon oder Indium.

Wie kann ich also selbst meine alten Handys sinnvoll recyceln? - Ein 4-Punkte-Plan:
1. Kaufen Sie Handys mit wenigen Funktionen, da diese oft weniger energieaufwendig produziert werden müssen. Oft reicht es doch schon, wenn man "simsen" und telefonieren kann, oder? Touchscreens, Spiele, Internet und ähnliches sind meistens doch nur unnötige Spielereien. Bersonders leistungsfähige Handys mit vielen Funktionen sind oft nicht sehr robust gebaut und nicht auf Langlebigkeit ausgelegt.

2. Wer dennoch ein teureres Handy wünscht, eventuell ein Smartphone, sollte bei Ebay oder rebuy.de schauen, wo sogar die eingesparten CO2-Emissionen angezeigt werden. Zudem gewährt rebuy eine 12 Monate Funktionsgewährleistung und verkauft nur Ware im guten Zustand. Bei beiden Plattformen können alte Mobiltelefone selbstverständlich auch einfach und gewinnbringend verkauft werden.

3. Wessen Handy sich allerdings nicht mehr verkaufen lässt, der kann das ausrangierte Teil beim Hersteller abgeben, damit dieser das Telefon recyceln lassen kann. Der Nabu sammelt ebenfalls in Zusammenarbeit mit E-Plus Handys, um damit das Projekt "Untere Havel" finanziell unterstützen zu können. Vielleicht gibt es ja noch Freunde oder Familie, die mit dem alten Handy etwas anfangen können.

4. Weist ihr Handy technische Mängel/Schäden auf, können diese oft auch leicht selbst repariert werden. Ersatzteile können dafür beispielsweise aus anderen ausrangierten Handys verwendet werden.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Converse - Mitarbeiter werden misshandelt und ausgebeutet!

ConverseJeans
Trendige und angesagte Schuhe - Doch dafür müssen täglich viele Arbeiter leiden
Bildquelle: By Jorge Barrios (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wer hätte schon gedacht, dass Basketballschuhe einen so großen internationalen Erfolg erzielen? Das Unternehmen Converse, seit 2003 zu Nike gehörend, konnte bis heute welweit über 600 Millionen dieser Schuhe verkaufen. "Chucks" werden die Schuhe umgangssprachlich genannt und sind für verschiedene Gruppierungen und Personen ein Identifikationsmittel.

Bereits in der Vergangenheit ist der Kleidungshersteller Nike mehrfach in die Kritik geraten, da bei seinen Zulieferern Fälle von Ausbeutung und Kinderarbeit bekannt geworden sind. Jegliche Schuld wies der Konzern damals von sich und versprach bereits 2001 strengere Kontrollen und eine genauere Auswahl der Zulieferer, was so aber nie ernsthaft umgesetzt wurde. CorpWatch beschuldigt Nike, dass der selbstverpflichtende Code of Conduct und die eigenen sozialen Projekte scheinheilig sind und nur zur Imageverbesserung dienen.
Jetzt sind weitere Misshandlungen in den Produktionsstätten von Converse aufgedeckt worden. Mitarbeiter in den indonesischen Fabriken berichten von Schlägen ins Gesicht und Schuhwürfen ihrer Vorgesetzten. Außerdem wurden die Arbeiter als Hunde und Schweine beschimpft, was besonders in einem muslimisch geprägtem Land als schwere Beleidigung gewertet wird.
Nike bestätigte die Vorwürfe und wies darauf hin, dass der Konzern selber wenig dagegen tun kann. Des Weiteren räumte das Unternehmen ein, dass die Fabriken nie ernsthaft inspiziert wurden und somit auch seit mehreren Jahren nicht die Einhaltung des Verhaltenskodex gewährleistet werden konnte.
Diese Umstände sind in der Textilindustrie kein Einzelfall. Die Mitarbeiter sind dennoch weiterhin gezwungen sich diesen Umständen anzupassen, weil jegliche Kritik den Job kosten kann. Eine Mitarbeiterin sagte gegenüber dem Nachrichtendienst AP aus: "Unsere einzige Wahl ist: Bleiben und leiden oder etwas sagen und gefeuert werden." Schätzungsweise 10.000 Arbeiter, davon fast ausschließlich Frauen, sind in den Produktionsstätten beschäftigt und erhalten lediglich einen halben Dollar (36 Cent!) pro Stunde. Verschiedene Angestellte berichten außerdem, dass sie geschlagen und bis zum Bluten gekratzt wurden.
Bislang hat Nike noch keine ernsthaften Maßnahmen unternommen, um in Zukunft solche Vorfälle zu verhindern und eine gerechte Entlohnung und Behandlung der Arbeiter sicherstellen zu können.

Wer solche Zustände nicht tolerieren möchte, muss in Zukunft auf Nike und somit auch auf Converse Produkte verzichten. Mit solchen unmenschlichen Machenschaften darf ein Konzern kein Geld verdienen!

- Nachtrag, 21.07.11 -
Es gibt eine fair gehandelte und ökologische Alternative zu den Converse Schuhen. Das Unternehmen "Ethletics" produziert diese Schuhe unter fairen Arbeitsbedingungen in Pakistan und verwendet ausschließlich Bio-Baumwolle und FSC zertifizierten Naturkautschuk für die Sohlen. Rund 50-60 Euro kostet ein Paar und ist unter fairdealtrading.de zu bekommen.
 

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