Mittwoch, 29. Juni 2011

Der WWF setzt sich für den Erhalt der Erde ein? - Schön wär's!

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So sieht die typische Infopost vom WWF aus - Wer würde denn nicht gerne für den Erhalt von Eisbären und anderen Tieren spenden?

Der World Wide Fund For Nature (kurz: WWF) setzt sich angeblich für den Erhalt der Natur ein und versucht bedrohte Tierarten weltweit zu schützen. Dafür braucht die Organisation viele Spendengelder und verschickt deshalb regelmäßig Infobriefe, macht Infostände und moblisiert auch über das Internet. Und das System funktioniert: Etwa 500 Millionen Euro gehen jährlich als Spenden bei der, laut eigenen Angaben, größten Umweltschutzorganisation der Welt ein.
Eigentlich ein gutes Zeichen, da man natürlich vermutet, dass diese Gelder in Klimaschutzprojekte und für den Erhalt von verschiedenen Tierarten investiert werden. Das ist allerdings ganz und gar nicht der Fall, wie der kürzlich ausgestrahlte Dokumentarfilm "Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt " von Wilfried Huismann eindrucksvoll beweist:

Aufmerksamen Verbrauchern ist es sicherlich aufgefallen, dass der WWF schon immer gute Kontakte zu hochrangigen Entscheidungsträgern in Politik und Industrie hatte und es deshalb auch nicht verwunderlich ist, dass wir im Supermarkt ständig Produkte mit dem WWF-Logo vorfinden. Dieses soll bewussten Verbrauchern suggerieren, dass solche Produkte bedenkenlos gekauft werden können, da diese besonders umwelt- oder tierfreundlich sein sollen.
Doch auch diese Kooperationen sind eine Täuschung und offensichtliches Greenwashing, was folgende Beispiele gut verdeutlichen:

Der WWF setzt sich zusammen mit Bärenmarke für den Schutz und Erhalt der Braunbären in den Alpen ein, was eigentlich lobenswert ist. Dafür zahlt man doch gerne mehr, da man auf diese Weise hochwertige Milch bekommt und gleichzeitig Tiere schützt. Tja, nur dumm, dass Greenpeace aufgedeckt hat, dass die Milchkühe von Bärenmarke gentechnisch verändertes Futter bekommen, obwohl ein Verzicht solcher Futtermittel nur 1 Cent pro Liter mehr kosten würde. Pikant ist auch, dass der WWF sich immer gegen Gentechnik ausgesprochen hat und trotzdem diese Partnerschaft eingegangen ist.
Außerdem haben WWF und Danone zusammen einen umweltfreundlichen Becher für den Joghurt Activia entwickelt. Dieser besteht aus dem Biokunststoff PLA, welcher aus Mais hergestellt wird. Activia ist ein Joghurt, der verspricht, dass er sich positiv auf die Verdauung auswirkt und ein gutes Bauchgefühl bewirkt, was natürlich eine dreiste Werbelüge darstellt. Denn ein normaler Spaziergang hat die gleiche Wirkung und kostet im Gegensatz zu diesem überdurchschnittlich teuren Joghurt nichts, was die Verbraucherorganisation Foodwatch bereits mehrfach kritisiert hat. Trotzdem verkauft sich dieses Produkt weiterhin sehr gut und dieser Erfolg wird durch den Greenwashing-Becher vom WWF noch stärker gefördert, obwohl Mais bereits heute zu extremen Monokulturen führt und man niemals Lebensmittel für Wegwerfbecher verwenden sollte, weil so weltweite Hungerprobleme sicherlich nicht gelöst werden.
Als letztes Beispiel möchte ich auf die Zusammenarbeit von Karstadt Sports und dem WWF eingehen, welche zusammen ein Charity-Shirt entworfen haben, dass eigentlich gar keins ist. So heißt es auf der Internetseite vom WWF:
Karstadt sports verkauft exklusive Charity-Shirts, entworfen von den Yoga-Expertinnen Ursula Karven und Kim Steeb, zu Gunsten des WWF.
[...]
„Die Welt braucht mehr Fairness und Respekt vor der Natur – ‚joy natural life’ steht genau dafür: für Verantwortung und Nachhaltigkeit“, so Ursula Karven. „Wir sind dankbar, mit dem Verkauf der Charity-Shirts zusammen mit Karstadt sports einen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Umwelt leisten zu können.“ Die Charity-Shirts werden in den Farben eierschale, grau und beige angeboten und bestehen aus 100 Prozent Organic Cotton. Der Verkaufspreis beträgt 24,95 €. Je Shirt wird dem WWF ein Betrag von 2,50 € für Projekte zum Schutz des Amazonas und des Jaguars zur Verfügung gestellt.
Dieses Shirt ist nicht Fair Trade zertifiziert und stammt somit aus Kinderarbeit und ausbeuterischen Verhältnissen, wo den Mitarbeitern schlechte Löhne gezahlt werden und sehr schlechte Arbeitsverhältnisse herrschen. Des Weiteren wird nicht erwähnt durch welche unabhängige Institution das Organic Cotton (Bio-Baumwolle) zertifiziert wurde und ob überhaupt eine Zertifikation stattfindet. Bio kann man schließlich überall draufschreiben. Ein Fair Trade Shirt aus echter Bio-Baumwolle bekommt man für das gleiche Geld und leistet damit einen echten Beitrag zum Umweltschutz und entlohnt die Arbeiter auch gerecht. Da helfen auch keine 2,50 Euro pro Shirt für den Erhalt des Jaguars.
Diese und weitere fragwürdige Kooperationen sind hier zu finden!

Gehen wir genauer auf den oben genannten Dokumentarfilm ein, wird das wahre Gesicht vom WWF deutlich. So arbeitet die Umweltschutzorganisation mit Unternehmen zusammen, die Tropenwälder vernichten und somit auch den Lebensraum bedrohter Tierarten zerstören. Der Film startet in Indien, wo nach Angaben des WWF noch 1400 Tiger leben. Doch statt dem Schutz der Tiger bietet die Organisation dort Tiger-Safaris an, bei welchen die Teilnehmer mit Geländewagen tief in die Wälder fahren, um einen dieser bedrohten Tiger zu sehen. Dieser Spaß kostet stolze 10.000 Dollar, die direkt an den WWF gehen. Eingeborene werden aus den Wäldern bewusst vertrieben und müssen dann oft für den WWF arbeiten.
Darüber hinaus wird mit Unternehmen kooperiert, die Wälder auf der indonesischen Insel Borneo roden, um auf den Flächen Palmölplantagen anzulegen. Dadurch werden Orang-Utans bedroht, die der WWF sonst verspricht zu schützen. Dabei wird behauptet, dass es sich um einen nachhaltigen Anbau von Palmöl handelt, was gar nicht stimmen kann, weil so Monokulturen geschaffen werden.
Des Weiteren deckt der Film auf, dass der WWF Beziehungen zum Chemiekonzern Monsanto unterhält, welcher bewusst gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit anbaut und Bauern durch Saatgutlizenzen in finanzielle Schwierigkeiten bringt.
In Argentinien konnten so die Monokulturen von Monsanto durch den WWF gesellschaftsfähig gemacht werden. So wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass Gen-Soja gut sei und es sogar nachhaltig produziert werden kann. Dieses Soja wird für die Herstellung von Biodiesel in Europa und den USA verwendet. Platz für andere Pflanzenarten oder die Tierhaltung gibt es dadurch nur noch sehr begrenzt. Die von Monsanto verwendeten Pflanzenschutzmittel greifen das Erbgut und die Gesundheit der dort lebenden Menschen radikal an.
Dieses uns viele weitere unangenehme Wahrheiten über den WWF und den damit verbundenen Lobbyismus gibt es in der Doku zusehen.

Nach der Ausstrahlung bildete sich eine enorme Protestwelle gegen den WWF, welche aktuell in einem Wiki versucht die Anschuldigungen zu belgen oder ggf. zu entlasten. Auch auf der verbraucherkritischen Plattform Utopia wurde das Thema stark diskutiert. Dort schreibt beispielsweise eine Userin: "Nee, wirklich glaubwürdig ist WWF nicht mehr. Wer sich von Monsanto kaufen läßt, ist doch bereit, jedem sein grünes Mäntelchen für ein paar Kröten zu leihen."
Um sich der Kritik zu stellen, hat der WWF eine eigene Diskussions-Plattform eingerichtet, auf welcher die User die Machenschaften der Organisation scharf kritisieren.

Ich habe aus Überzeugung selbst für den WWF gespendet, weshalb es mich besonders trifft, dass die Organisation in solche Machenschaften verstrickt ist. Wir sollten nicht locker lassen und lieber andere Organisationen wie Greenpeace, BUND oder Attac fördern, denn da steckt garantiert noch mehr Glaubwürdigkeit und definitiv weniger Industrie-Lobbyismus hinter.

Samstag, 25. Juni 2011

Die Grünen stimmen dem Atomausstieg zu - Das kostet endgültig die Glaubwürdigkeit

Ströbele
Hans-Christian Ströbele: Er kritisierte das Ausstiegsgesetz scharf

Jürgen Trittin umarmte Claudia Roth und Cem Özdemir. Sie schauten strahlend in die Kameras und wussten, dass es endlich geschafft war. Die Grünen stimmten beim Sonderparteitag knapp dem Atomausstiegsgesetz der schwarz-gelben Regierung zu und lassen damit neun Atomkraftwerke bis 2022 weiter strahlen und Atommüll produzieren.

Hans-Christian Ströbele stand am Rednerpult, war sichtlich aufgebracht und rief den Delegierten in der Berliner Messe zu, dass es gut sei, dass die schwarz-gelbe Regierung acht Atomkraftwerke vom Netz nehmen wolle. Er fügte dann allerdings hinzu:
"Die entscheidende Frage ist: Ist das gut genug nach Fukushima?" Dann geht ein Jubel durch die Halle, wenngleich offensichtlich ist, dass lange nicht alle Delegierten für Ströbele klatschen. Er machte außerdem deutlich, dass Fukushima uns Menschen gelehrt habe, dass die Atomkatastrophe doch viel näher sei, als wir gedacht hätten. "Dashalb haben die Grünen nach Fukushima klar gesagt: 'Wir wollen aussteigen bis 2017' ", rief Ströbele appellierend zur Parteiführung. Des Weiteren erwähnte er dazu, dass 2017 ein realistisches Ziel sei, welches Spezialisten bestätigt hätten und was die Partei auch im Bundestag, in jeder Konferenz und in allen Talkshows vertreten habe.
"Wir haben ein Gesetz im Bundestag eingebracht. Darin steht: 'Wir wollen 2017 raus' ", rief der Bundestagsabgeordnete ins Mikro und kassierte abermals Applaus dafür. "Ich frage: Wie glaubwürdig ist es, wenn wir jetzt 2022 zustimmen? Das ist doch nicht glaubwürdig!" Es gehe darum, dass die gefährlichen Atomkraftwerke vom Netz gehen, weshalb sich die Partei nicht auf 2022 verständigen dürfe.
Damit hatte sich der linke Abgeordnete Ströbele klar positioniert und bekam die Unterstützung von einigen Delegierten und selbstverständlich der Anti-AKW Bewegung.

Claudia Roth träumte in den ersten Minuten ihrer Rede von den zahlreichen Protestaktionen der Vergangenheit: "Wir haben eine gemeinsame Geschichte, die uns tief miteinander verbindet. Ich erinnere mich noch ganz genau an den 13. Dezember 1985, als wir die BDK in Offenburg unterbrochen haben und mit dem ganzen Parteitag an den Bauzaun nach Wackersdorf gefahren sind" Dann erzählte sie von tieffliegenden Hubschraubern in Brokdorf, von der Tracktierung durch Wasserwerfer, dem Protest im Wendland und schwärmte von der einstigen grünen Protestkultur. Als "absurd" bezeichnete sie den moralischen Ausschluss der Grünen aus der Anti-AKW Bewegung, ehe sie das Ausstiegsgesetz als Sieg von Bündnis 90/Die Grünen feierte und sich persönlich dazu bekannte. Diesem Kurs folgte auch Renate Künast in ihrer Rede und machte selbst nochmals deutlich, dass die Grünen umbedingt zustimmen müssten.

Verschiedene Anti-AKW-Bündnisse(u.a. der BUND und ausgestrahlt) hatten bereits am Morgen vor der Halle gegen die Zustimmung der Grünen demonstriert. Und genau dieses Zeichen wäre so wichtig gewesen, da die Partei stets auf Anti-Atomkraft Demonstrationen präsent war und ihren Wählern versprochen hat, dass alle Atomkraftwerke bis spätestens 2017 vom Netz gehen müssen. Es ist also kein Wunder, dass die Anti-AKW Bewegung die Grünen als unglaubwürdig einstuft und diese nicht mehr in den eigenen Reihen wünscht. Zumal mit dieser Zustimmung auch die Wähler extrem belogen wurden und die Glaubwürdigkeit endgültig verloren gegangen ist.
Ein wahres Armutszeugnis für die einstige "Öko-Partei"!

Freitag, 24. Juni 2011

Mattel zerstört Regenwälder für Spielzeugverpackungen


Mattel zerstört den Regenwald für Spielzeugverpackungen - Wir müssen das verhindern!

Mattel ist ein wahrer Spielzeugriese: 26.000 Mitarbeiter in 42 Ländern beschäftigt der Konzern und verkauft seine Produkte(u.a. Barbie und Masters-of-the-Universe) in mehr als 150 Staaten. 2007 konnte der Spielzeug-Konzern einen Umsatz von etwa 5,970 Mrd. US-Dollar verzeichnen.

1959 brachte Mattel die erste Barbie-Puppe auf den Markt und revolutionierte damit wohl den gesamten Spielzeugmarkt. Heute finden sich die beliebten Puppen in Millionen Haushalten weltweit wieder und sind sicherlich auch nicht mehr wegzudenken.
Greenpeace hat jetzt aufgedeckt, dass Mattel bewusst die Abholzung von Regenwäldern in Indonesien toleriert und damit auch den Lebensraum der letzten Tiger, Orang-Utans, Elefanten und weiterer Tiere zerstört. Die Ursache dafür ist, dass der Konzern sein Verpackungsmaterial für die Barbie-Produkte von der Firma Asia Pulp Paper(APP) bezieht, die bereits als Regenwaldzerstörer Indoniesiens bekannt ist. Man muss es sich einmal vor Augen führen: Bedrohte Wildtier-Gebiete, CO2-speichernde Regenwälder und Torflandschaften werden für billige Wegwerfverpackungen gerodet.
Es ist also die Aufgabe von uns Verbrauchern geworden, dass wir uns direkt bei Mattel beschweren und solche Verpackungen verurteilen. Hier kann die Protest-Mail abgeschickt werden! Außerdem: Mattel verwendet diese Verpackungen nicht nur für Barbie-Produkte, sondern sehr warscheinlich für das gesamte Produktsortiment.

Das Video zur Protestaktion:


Die Aktion von Greenpeace und die damit verbundenen E-Mails haben Aufmerksamkeit in der Presse erregt und auch Mattel selbst hat sich zu der Aktion geäußert. Die Los Angeles Times hat bereits hier und hier und im Wirtschafts-Teil über diese Machenschaften berichtet. Außerdem ist das Video in 20 verschiedenen Sprachen verfügbar, weshalb ein internationales Medienecho schon vorprogrammiert war.
Mattel hat sich auf der eigenen Firmenseite zu den Anschuldigungen bereits geäußert:

Gleich zu Beginn heißt es dort:
Während wir Greenpeace dafür danken, dass sie uns auf diesen wichtigen Sachverhalt hingewiesen haben, sind wir doch gleichermaßen darüber enttäuscht, dass dies auf einem derart emotionalen und unkonstruktiven Wege geschehen ist, insbesondere vor dem Hintergrund der offenen Kommunikation, die wir bereits hatten.
Da stellt sich natürlich die Frage, was genau an der Protestaktion "emotional und unkonstruktiv" sein soll, wenn die Vorwürfe doch offensichtlich sind und Mattel diese eigentlich nicht abweisen kann. In dem Schreiben stellt das Unternehmen fest, dass es keine direkten Geschäftsbeziehungen zu APP geben würde, sondern bezieht Mattel " Verpackungsmaterial von einer Vielzahl an Lieferanten, und es entspricht nicht der üblichen Geschäftspraxis, Lieferanten ihre Bezugsquellen vorzuschreiben."
Das bedeutet also, dass es dem Konzern egal ist, woher die einzelnen Lieferanten ihre Produkte beziehen. Ein Skandal, dass man es in der Vergangenheit nicht geschafft hat seine Lieferanten anständig zu prüfen, um die Abholzung vom Regenwald zu verhindern.

Dennoch scheint Mattel die Forderung der Verbraucher Ernst zu nehmen:
Gleichwohl haben wir unsere Verpackungslieferanten angewiesen, bis auf Weiteres den Bezug von Zellstoff der Firma Sinar Mas/APP einzustellen, solange wir die Behauptungen bezüglich der Abholzungen prüfen. Des Weiteren haben wir unsere Verpackungslieferanten aufgefordert, uns darzulegen, wie sie dieses Thema in ihrer eigenen Zulieferkette angehen.
Es bleibt aber abzuwarten, ob die Lieferanten ihre Bezugsquellen umstellen und auf dieses Holz verzichten. Außerdem muss auch in Zukunft geprüft werden, ob Mattel diese Forderungen gewissenhaft umsetzt und nicht nur versucht beschwichtigend zu agieren.
Darüber hinaus verspricht das Unternehmen weiteres Engagement im Nachhaltigkeitsbereich und will in Zukunft den Verbrauch von Wasser und Energie senken. Schön, hat aber nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun und hilft auch nicht dabei das Problem der Abholzung zu lösen.

Auch werden wir weiterhin eng mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, um mehr Transparenz in Bereichen zu schaffen, die nicht unserer unmittelbaren Kontrolle unterliegen, wie z.B. der Einsatz von Zellstoff in Verpackungen.

Wir dürfen also gespannt sein, wie Mattel in der Zukunft agieren wird. Ein Erfolg für alle protestierenden Verbraucher war es bislang auf jeden Fall, da so der Konzern zum Nachdenken und Handeln gezwungen wurde. Öffentliche Kritik ist schließlich schlecht für's Geschäft, weshalb weiterhin Protest-Mails abgesendet werden müssen! Hier kann die Protest-Mail abgeschickt werden.

Aber damit noch nicht genug: Eine Arbeiterin von Tai Qiang, einem chinesischen Zulieferer von Mattel, beging aufgrund von Stress und Demütigungen am Arbeitsplatz Selbstmord. Verschiedene NGOs konnten 2009 feststellen, dass die Zulieferer von Mattel gegen Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen. Auch dafür kann eine Protestmail hier abgesendet werden!

Montag, 20. Juni 2011

Rund 200 Demonstranten blockierten das AKW Brokdorf - Bilder von der Blockade

Akw Brokdorf
An diesem Samstag und Sonntag sollten die Revisionsarbeiten im AKW Brokdorf behindert werden.

Eigentlich waren die Revisionsarbeiten im AKW Brokdorf schon für Pfingsten geplant und doch verschob E.ON diese auf den 15. Juni. Aus diesem Grund rief die Organisation x-tausendmal quer zu erneuten Blockaden an diesem Wochenende (18. + 19.06.2011) auf. Diesem Aufruf folgten am Samstag rund 200 Menschen, die sich auf beide Werkstore des Atomkraftwerks aufteilten. Etwa 160 Demonstranten blockierten dabei das Haupttor und weitere 40 Blockierer versammelten sich vor dem Nebentor. Die Polizei und auch die Veranstalter rechneten mit deutlich mehr Teilnehmern, weshalb die Polizei mit ca. 1000 Einsatzkräften die Blockaden über dieses Wochenende begleitete. Gegen 9 Uhr morgens begannen die Blockaden bei durchwachsenem Wetter. Die Teilnehmer zeigten sich durchaus optimistisch, wenngleich die Stimmung durch die geringe Teilnehmerzahl etwas gedrückt war. Zwischenzeitlich versorgte x-tausendmal quer die Blockierer mit Suppe und Getränken. Der erste Erfolg konnte erzielt werden, als gegen 16 Uhr der Schichtwechsel vollzogen werden sollte und die Busse am Atomkraftwerk eintrafen. Durch die erfolgreiche Sitzblockade am Nebentor, die durch die Polizei friedlich aufgelöst wurde, konnte der Wechsel um eine ganze Stunde verzögert werden. Mit der lauten Parole "Abschalten!" wurden die Mitarbeiter dann in die Busse geschickt, die zuvor eine Stunde lang die Blockade vom Werksgelände aus beobachteten.

Bereits um 8 Uhr morgens machte ich mich auf zum Rendsburger Bahnhof, wo bereits weitere Parteifreunde warteten. Gemeinsam ging es dann um 8:50 Uhr mit dem Zug Richtung Elmshorn, von wo aus es um 9:50 weiter nach Glückstadt ging. Gegen 11:20 trafen wir dann am Infopoint von x-tausendmal quer ein. Rund 20 Minuten später konnten wir mit dem Shuttle zum AKW Brokdorf gebracht werden, wo wir gegen 11 Uhr eintrafen und uns der Blockade anschlossen. Aus zeitlichen Gründen mussten wir die Blockade allerdings um ca. 17:30 schon wieder verlassen, obwohl die Blockierer noch in der Nacht und am Sonntag weitermachen wollten. Trotz sehr geringer Beteiligung war es ein wichtiges Zeichen dafür, dass wir einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie brauchen und das dem Ausstiegsgesetz nicht zugestimmt werden darf, da es 9 Atomkraftwerke noch bis 2022 am Netz lassen wird.



Zur Verwendung der Bilder: Die Bilder stehen unter der CC-BY-SA Lizenz. Das bedeutet: Die Bilder dürfen verbreitet werden und dürfen auch nach freien Wünschen bearbeitet werden. Auch für kommerzielle Projekte stehen diese Bilder kostenlos zur Verfügung. Wichtig: Mein Name und der direkte Link zum Blog muss stets mit angegeben werden. Weitergabe der Bilder bitte nur unter gleichen Bedingungen


x-tausendmal quer Infopoint


Der Shuttle-Service zur Blockade





11:00 Uhr - Die Blockade hat bereits begonnen


Banner der Atomlobby


Sitzblockade vor dem Haupttor
















Die Polizei verhielt sich die gesamte Zeit über friedlich






Regenschutz
















Die Blockierer werden mit warmer Suppe versorgt
















Kaffeepause









Mittwoch, 15. Juni 2011

Passend zum Sommer - Neue Ware im Greenpeace Warenhaus

Greenpeace Werbung
Die neue Kollektion gibt es jetzt im Greenpeace Warenhaus

Die Info ist heute frisch mit der Post eingetroffen: Ab sofort gibt es wieder viele neue Kleidungsstücke im Greenpeace Onlineshop. Neben schicken und zeitlosen Shirts, Longsleeves, Troyern und Sweat-Jacken, gibt es jetzt auch verschiedene Kleidungsstücke im Ringellook.
Selbstverständlich alles zu 100% fair gehandelt und aus Bio-Baumwolle. Da kann der Sommer doch kommen ;-)

Das kleine Warenhaus bietet übrigens nicht nur Kleidung, sondern auch nette Geschenkideen, Print-Produkte und weitere Schnäppchen. Geöffnet ist natürlich 24 Stunden lang.

Samstag, 11. Juni 2011

Block Brokdorf auf nächstes Wochenende verlegt - Demo findet diesen Sonntag vermutlich statt

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Unschöne Szene - Die Veranstalter wünschen sich für das nächste Wochenende eine friedliche Demonstration
Bildquelle: By Hendrike (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Wie bereits im letzten Artikel über Block Brokdorf erwähnt, wurden die Revisionsarbeiten vom AKW-Betreiber E.ON auf den 15. Juni verlegt, weshalb auch das komplette Camp auf das kommende Wochenende verlegt werden musste. Es ist also schon der erste Erfolg der Anti-AKW-Bewegung, dass die Ankündigung einer Massenblockade den Konzern zu einer Verlegung der Arbeit bewogen hat.

Die Veranstalter sind sich einig, dass es keinen Sinn hat Revisionsarbeiten zu stören, die nicht stattfinden, weshalb nun das gesamte Aktionscamp verlegt wurde. Bereits ab dem 16. Juni 2011 ist das Camp vom Veranstalter X-tausendmalquer am bereits bekannten Ort geöffnet. Die Blockade beginnt dann am Samstag, 18. Juni 2011. Es ist natürlich sehr ärgerlich, dass viele Demonstranten aus allen Teilen Deutschlands extra für dieses Wochenende angereist sind und sich möglicherweise dafür freigenommen haben. Aber gerade jetzt ist es wichtig, dass E.ON mit der Verlegungstaktik nicht durchkommt, sondern auch am nächsten Wochenende gestört wird. Die Veranstalter zählen dabei wirklich auf jeden Demonstranten, um eine friedliche Massenblockade durchführen zu können.

Die Botschaft der Veranstalter ist dabei eindeutig:
Unsere Botschaft an Regierung und Atomkonzerne: Wir werden einen halbherzigen Ausstiegsversuch voller Hintertüren nicht akzeptieren. Wir werden nicht weitere 10 Jahre das atomare Risiko dulden und weiter Atommüll produzieren, nur um dann noch einmal die gleiche laufzeitverlängerungs-Diskussion wie im letzten Herbst zu erleben. Wir werden jetzt weiter Druck machen! Wir werden nicht locker lassen, bis auch der letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

Die angekündigte Demonstration an diesem Sonntag, 12.06.2011 wird vom Anti-Atom Bündnis Unterelbe durchgeführt und findet vermutlich statt. Ich selber werde aber meine zeitlichen und finanziellen Mittel auf das kommende Wochenende verwenden und an diesem Sonntag nicht in Brokdorf sein.
Immer die aktuellsten Infos zum kommenden Wochenende gibt es hier!

Am 18.06.2011 zum Atomkraftwerk Brokdorf! - Ein Zeichen gegen Atomkraft und die Machenschaften von E.ON setzen!

Freitag, 10. Juni 2011

Endlich! - Kino.to ist dicht

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Eine wirkliche Seltenheit - Dank kino.to musste niemand mehr originale Filme kaufen
Bildquelle: By Stef48 (Own work) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons


Twilight, Harry Potter oder doch lieber Hangover 2? - Egal welcher Film es auch war, bei kino.to konnte man ihn kostenlos anschauen. Oft noch bevor die Filme überhaupt im Kino zu sehen waren. Doch jetzt ist endlich Schluss mit der Plattform und die Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Wer in den letzten Tagen versucht hat die Seite kino.to zu erreichen, bekam sehr warscheinlich nur eine Fehlermeldung, dass die Seite nicht mehr existiert. Anfänglich mochte man sicherlich vermuten, dass es sich nur um einen Serverausfall handelt, welcher wieder behoben wird. Tatsächlich aber hat die Polizei das Film-Portal gesperrt. Am Mittwoch waren Kriminalbeamte bei einer Razzia in Leipzig erfolgreich und konnten dabei mehrere Computer sicherstellen. Zeitgleich durchsuchten 256 Steuerfahnder, 10 Staatsanwälte, 17 IT-Spezialisten und weitere Polizisten insgesamt 42 Wohnungen, Büros und Rechenzentren in ganz Deutschland, Spanien und Frankreich. Der Hauptgrund der Einsätze war das Portal kino.to, welches Kinofilme, Serien und Dokumentationen für rund 4 Millionen Nutzer kostenlos zur Verfügung stellte. Die dabei entstandenen Verluste für die Filmindustrie werden laut Ermittlern im siebenstelligen-Euro-Bereich geschätzt.
Der in Leipzig festgenommene Hauptverdächtige muss sich deshalb zusammen mit 20 weiteren Personen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur erwerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverstößen in über einer Million Fällen verantworten. 12 festgenommene Personen sitzen derzeit in Untersuchungshaft, nach einem weiteren Verdächtigen wird weiterhin gefahndet.

Dabei agierten die Betreiber mit einem cleveren Geschäftsmodell und sicherten sich oft so ab, dass man ihre Arbeit nur schwer verfolgen konnte. Es ging gar nicht darum, dass ab und zu ein Film für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wurde, sondern war kino.to bis ins letzte Detail geplant und funktionierte nach einem ganz bestimmten System: Maximaler Profit mit urheberrechtlich geschütztem Material erzielen. Nun, mit kostenlosen Filmen kann man kein Geld verdienen, weshalb die Betreiber auf der Seite viel ekelhafte und penetrante Werbung für Erotik- und Pokerfirmen schalteten. Das störte gewiss die meisten Nutzer und doch war es ein einfacher und irgendwie auch perfekter Deal für beide Seiten: Die Betreiber konnten unglaubliche Gewinne einfahren und die Nutzer bekamen jeden Film per Klick.
Jetzt hat das kriminelle Spiel ein Ende und man darf sich fragen, warum kino.to eigentlich über so viele Jahre problemlos bestehen konnte. Die Antwort ist recht einfach - Die Domain war im Südseestaat Tonga registriert, warum es auch kino.to und nicht etwa kino.com hieß. Des Weiteren standen die Server in den Niederlanden und Frankreich, was die Ermittlung abermals erschwert hat.

Es bleibt momentan noch offen, welche Strafen die Betreiber zu erwarten haben. Wie sieht es eigentlich mit den rechtlichen Folgen für die zahlreichen Nutzer aus? Können diese auch rechtlich belangt werden?
Diese Frage ist auch unter Fachleuten sehr umstritten, da kino.to als Streaming-Dienst gilt. Beim Streamen von Filmen werden diese nicht heruntergeladen, sondern lediglich für eine begrenzte Zeit auf dem eigenen PC zwischengespeichert. Dieses Streaming halten viele Juristen für unbedenklich und doch gibt es bislang keine Gerichtsurteile zu Streaming-Diensten. Matthias Spielkamp äußerte sich in einem taz-Interview wie folgt dazu:
[...] Zum einen kommt man den Leuten, die sich Stream ansehen, einfach schwer auf die Schliche, weil nur der Anbieter weiß, wer es ist. Außerdem ist es ungeklärt, ob es überhaupt rechtswidrig ist, sich Streams anzusehen. Genauso übrigens bei Downloads aus Filesharing-Börsen.

[...] Die wollen ja jetzt auch bestimmt gern an die Nutzerdaten … …wenn die von kino.to gespeichert wurden und nicht gut geschützt sind, und die Server nicht gerade auf Tonga stehen, dann könnten die Ermittler zumindest an die IP-Adressen kommen. Aber zum einen ist noch nicht klar, ob sie überhaupt gespeichert wurden, zum anderen bräuchte man eine richterliche Anordnung, um die IP-Adressen in Klarnamen zu verwandeln. Und das funktioniert eigentlich nur, wenn klar ist, dass das Schauen von Streams eindeutig rechtswidrig ist. Und das ist ja eben noch nicht eindeutig geklärt.

Ich möchte an dieser Stelle kein Urteil darüber fällen, ob es gerecht wäre alle Nutzer rechtlich zu belangen und doch muss ich an das Gewissen dieser Leute appellieren, die auf der einen Seite alles kostenlos gucken wollen und gleichzeitig schimpfen, wenn die Qualität von Filmen, Serien und Dokumentationen sinkt. Es ist leider ganz simpel: Wo Geld fehlt, fehlt auch die Qualität, was letztlich bedeuten würde, dass irgendwann gar keine Filme mehr produziert werden würden, da es dann nicht mehr wirtschaftlich wäre. Genauso müssen Videotheken immer höhere Ausleihgebühren verlangen, was am Ende kaum noch ein ehrlicher Verbraucher tragen kann und will. Darüber hinaus steigen zwangsweise auch die Preise für neue originale DVDs, was dann den Einzelhandel schwächt. Außerdem ist es doch ein angenehmes Feeling, wenn man einen Film im Kino schaut, nicht wahr?
Wer alles kostenlos haben will, sorgt dafür, dass er bewusst die Wirtschaft schwächt und auch Arbeitsplätze gefährdet. Gute Filme sind auch gutes Geld wert!

Kino.to ist endlich weg, wirklich schön und doch nur ein kleiner Grund zur Freude. Leider existieren noch zahlreiche weitere Plattformen, die nach dem gleichen Prinzip agieren. Es bleibt also weiterhin eine schwierige Aufgabe diese Form von Kriminalität zu bekämpfen. Wir als Verbraucher haben es also in der Hand: Kostenlos alles konsumieren oder lieber Geld für qualitativ gute Filme bezahlen.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Am Sonntag zum AKW Brokdorf - Jetzt erst recht

Anti-Atom-Menschenkette 2011-03-12 Ludwigsburg 03
Menschenkette gegen Atomkraft: Auch an diesem Sonntag vor dem AKW Brokdorf
Bildquelle: By Rolf Krahl (Rotkraut) (Own work) [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Busse aus Bremen, Dortmund, Leipzig und sogar Freiburg wurden organisiert, Zuggemeinschaften ab Hannover angeboten und auch sonst haben sich viele weitere Fahrgemeinschaften gebildet, um ein Ziel zu verfolgen: Die Revisionsarbeiten am Atomkraftwerk Brokdorf behindern und die Stilllegung selber in die Hand nehmen. Ein Ziel, dass durch Massenblockaden und standhaften Protest erreicht werden sollte, weshalb ein Camp ab Samstag, 11.06.2011, eingerichtet wurde, welches bis zum 19.06.2011 stattfinden sollte. Vom Aktionscamp aus sollten die Proteste am nahe gelegenen AKW gelenkt werden.
Es hätte für die Anti-AKW-Bewegung ein voller Erfolg werden können, wenn die Revisionsarbeiten vom Betreiber E.ON behindert hätten werden können. Doch plötzlich verlegt der Betreiber die Arbeiten auf den 15. Juni, vermutlich aus Angst vor den Massenblockaden, wenngleich von E.ON behauptet wird, dass sonst über Pfingsten die Netzstabilität bedroht sei, was natürlich Unsinn ist.
Deshalb hat sich das Bündnis Block Brokdorf entschlossen die Massenblockade nicht durchzuführen und begründet dieses wie folgt:
In den letzten Stunden haben wir uns als Bündnis “Block Brokdorf” intensiv über das weitere Vorgehen beraten. Es macht für uns keinen Sinn Revisionsarbeiten zu blockieren, die nicht stattfinden.
Auch glauben wir nicht, dass wir die Aktion so kurzfristig verschieben können, da unsere Kapazitäten für eine so schnelle Umplanung nicht ausreichen. Unser Ziel war von Anfang an eine materielle wirksame und nicht symbolische Blockade und so haben wir uns entschlossen, nicht für die Aktion an Pfingsten zu mobilisieren.
Natürlich waren die Massenblockaden unser Ziel – wir dürfen jedoch auch nicht vergessen, dass die Verschiebung der Arbeiten ein Zeichen dafür ist, wie hoch der Druck der anti-AKW-Bewegung auf Atomkonzerne gerade ist.
Nachvollziehbar ist diese Entscheidung allemal, weshalb die Großdemo an diesem Sonntag, 12.06.11, jedoch nicht ausfallen wird. Block Brokdorf und das Anti-Atom Bündnis Unterelbe werden zusammen um 6 vor 12 in Großwisch starten, um dann das AKW Brockdorf zu umzingeln. Dafür wird es warscheinlich auch einen Shuttle ab Bhf. Glückstadt geben. (Nähere Infos folgen!)
Das Aktionscamp wird trotzdem stattfinden und allen Teilnehmern die Möglichkeit bieten sich über andere Aktionen auszutauschen, selbst Aktionen zu organisieren und ähnliches.

Weiter heißt es vom Bündnis:

Diese beginnt um 6 Minuten vor 12 in Großwisch, nahe dem AKW Brokdorf und wird mit einer Umzingelung des AKW enden. Wir wissen, dass sich bundesweit viele Menschen auf die Blockaden vorbereitet haben, an Infoveranstaltungen und Aktionstrainings teilgenommen und sogar schon ihre Sachen für das kommende Wochenende gepackt haben. Auch wissen wir, dass die Blockaden nur ein erster Schritt in Richtung sofortigen Ausstieg gewesen wären.

Wir schlagen also vor, das vorbereitete Camp und die Planungen nicht einfach in den Wind zu schlagen, sondern zu nutzen, um mit vielen Menschen gemeinsam weitere Ideen zu spinnen, sich zu vernetzen und Vorschläge für die Zukunft zu sammeln.
Wir halten es für sinnvoll und notwendig gemeinsam Perspektiven zu diskutieren: Ob es um die Enteignung und Vergesellschaftung der Konzerne, alltägliche Atomtransporte oder die interne Zusammenarbeit geht. Neben diesen Diskussionen wird es natürlich auch die Gelegenheit für kleine, kreative Aktionen geben – wie auch immer diese dann aussehen mögen. Vor Ort laufen durchaus Vorbereitungen für die anstehenden Revisionsarbeiten. Zu stören gibt es in Brokdorf also genug!


Am Sonntag also zum AKW Brokdorf kommen und für die Stilllegung von Brokdorf und allen anderen Atomkraftwerken kämpfen! 6 vor 12 geht es in Großwisch los. Anreisemöglichkeiten gibt es hier!
Auch von Rendsburg besteht die Möglichkeit anzureisen (Bitte anklicken für größere Ansicht):
## Variante 1 ##
Fahrplan
Von Wilster mit einem Shuttle zum Aktionscamp. Vom Camp werden sicherlich genug Demonstranten nach Großwisch laufen. (Nähere Infos folgen, falls welche bekannt werden!)

## Variante 2 ##
Fahrplan2
Von Glückstadt wird es einen Shuttle nach Großwisch geben. (Nähere Infos folgen, falls welche bekannt werden!)

Diesen Sonntag gemeinsam das AKW Brokdorf umzingeln und ein Zeichen dafür setzen, dass wir mit der Verlegungstaktik von E.ON nicht einverstanden sind und die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen fordern. Jetzt erst recht!

Dienstag, 7. Juni 2011

Atomausstieg - Grund zur halben Freude

Anti-Akw
Immer mehr Bürger demonstrieren gegen Atomkraft und dürfen sich gerne auch für ihr Engagement feiern!

Krümmel, Brunsbüttel und Neckarwestheim 1: Sie gehen neben fünf weiteren Atomkraftwerken direkt vom Netz und bleiben endgültig ausgeschaltet. Ein toller Erfolg, welchen wir der Bundesregierung und gleichzeitig allen tapferen und standhaften Atomkraftgegnern zu verdanken haben. Ja, die Anti-Akw Bewegung darf sich in diesen Tagen gerne feiern, denn sie hat durch zahlreiche Demonstrationen gezeigt, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung Atomkraft als Energieversorgung ablehnt. Dabei war es gleichgültig, ob sich 20 Menschen im Winter zu einem Montagsspaziergang gegen Atomkraft zusammengefunden haben oder sich bundesweit in 21 größeren Städten 160.000 Menschen versammelten. Jede noch so kleine Protestbewegung hat dazu beigetragen, dass jetzt plötzlich acht Atomkraftwerke vom Netz gehen und auch dauerhaft ausgeschaltet bleiben. Ein grandioser Erfolg, für welchen sich die Protestbewegung gerne feiern kann! Sie hat es sich verdient! Jeder einzelne Demonstrant, jeder wütende Protestmail-Schreiber und jeder überzeugte Ökostrom-Kunde - Alle haben gemeinsam die schwarz-gelbe Regierung in die Ecke gedrängt. Darüber hinaus unterstützte die Katastrophe in Japan diese Situation extrem, da auf einmal klar wurde, dass auch mondernste Atomkraftwerke nicht sicher sind.

Jetzt könnte man natürlich in falsche Euphorie verfallen und sagen:"Danke Angie, CDU und FDP sind eben die wahren Ausstiegsparteien". Und genau hier ist jetzt höchste Vorsicht ratsam, da dieser so gelobte Ausstieg auch eine schlechte Seite mit sich bringt, was leider oft verkannt wird: Zwar gehen jetzt acht Atomkraftwerke vom Netz und doch laufen weiterhin sechs Kraftwerke bis 2021 und weitere drei bis spätestens 2022, was also weiterhin eine sehr problematische Lage darstellt. Geschickt wird hier das Wort "spätestens" verwendet, was also vermuten lässt, dass alle verbleibenden neun Kernkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden, sodass praktisch 2021 bzw. 2022 das Letzte vom Netz geht. Zugegebenermaßen keine schlechte Vorstellung und doch sehr utopisch gedacht, da leider auch die Atomlobby noch ein Wörtchen mitreden wird. Deshalb verfasste Jürgen Großmann, Chef vom Stromkonzern RWE, einen Protestbrief an Kanzlerin Merkel und Vattenfall fordert bereits jetzt Schadensersatz. Ob die Konzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW mit ihrem Protest Erfolg haben werden, bleibt unklar und doch besteht weiterhin ein großes Machtinstrument für die Konzerne, da es eine Reststrommengen-Regelung gibt, welche es den Konzernen ermöglicht problemlos mit den verbleibenden Stomkontingenten zu jonglieren. Bei geschicktem Reststrommengen-Management können so alle Atomkraftwerke noch bis 2021 bzw. 2022 am Netz bleiben und stellen somit noch bis zu 11 Jahre eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar. Mal ganz abgesehen vom dann noch anfallenden Atommüll, für welchen es nie ein sicheres Endlager geben wird.

Außerdem fehlt in diesem Ausstiegsgesetz eine klare Ansage zum Thema erneuerbare Energien, da offen bleibt, inwiefern Solar-, Wind- und Wasserkraft in Zukunft staatlich gefördert werden und was die Bundesregierung für Ziele bis 2022 in diesem Sektor erreichen möchte. Schließlich muss der Stom ja irgendwo herkommen, wenn die Atomkraftwerke dann endlich abgeschaltet werden. Ich glaube nämlich nicht, dass die Bürger dann noch Kohlekraftwerke als Alternative ansehen, wo wir Menschen ohnehin schon mit zahlreichen Umweltproblemen zu kämpfen haben und werden.
Für die Bundesregierung ist es trotzdem ein Meilenstein, wenngleich DIE LINKE bereits 2014, Greenpeace 2015 und die Grünen leider erst 2017 aussteigen wollen. Machbar ist der Ausstieg also definitiv schon früher, weshalb man auch zu Recht besorgt sein darf, ob in 10 Jahren noch die gleichen Gesetze zählen wie noch heute. Dann kann es ganz plötzlich passieren, dass die verbleibenden neun AKWs noch mal eben bis 2040 weiter laufen.

Und genau hier wird eines ganz besonders deutlich: Wir müssen weiterhin gegen Atomkraft und für erneuerbare Energien auf die Straßen gehen, Protestmails schreiben und Ökostrom beziehen, da weiterhin neun Atomkraftwerke eine Bedrohung für Mensch, Tier und Umwelt darstellen und auch auf der gesamten Welt noch zahlreiche Atomanlagen betrieben und ständig neue gebaut werden. Darüber hinaus gibt es auch noch Kohlekraft, welche genauso wenig eine Alternative darstellt.
Liebe Protestler, kämpft weiter für eine atomfreie Zukunft und feiert euch trotzdem dafür, dass bereits acht Atomkraftwerke dauerhaft stillgelegt werden. Fühlt sich gut an, oder?
 

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