Sonntag, 25. November 2012

Zeitungskrise - Sind die Tage endgültig gezählt?

Tageszeitungen in Deutschland - ein sterbendes Medium?
Bildquelle: henteaser, Flickr, CC BY-NC 2.0
Jahrzehntelang galt die Zeitung als wichtigstes Meinungsmedium in der Gesellschaft und der Großteil aller Haushalte hatte zumindest eine regionale Tageszeitung abonniert. Unabhängig davon, ob es eine regionale oder überregionale Zeitung war, informierte sie die Menschen tagtäglich über wichtige Ereignisse, half bei der Meinungsbildung und lieferte wichtige Hintergrundrecherchen zu relevanten Themen. Jede Zeitung ließ sich problemlos von anderen Titeln unterscheiden und war in gewisser Weise auch ein Identifikationsmittel für eine politische Meinung. Lange war dieses Medium eine wahre Gelddruckmaschine, die mit dem zunehmenden Einfluss neuer Medien ihre Druckleistung herunterfahren musste. Stillstand gibt es in einer Gesellschaft schließlich nicht, sodass sich Fernsehen und Radio immer stärker etablieren konnten. Heute konsumieren wir hauptsächlich Informationen über Smartphones, Tablets oder klassisch über den Computer. Wozu brauchen wir dann überhaupt noch (gedruckte) Zeitungen?

Das ist eine Frage, über die in den vergangenen Tagen viel diskutiert wurde, wenngleich die Insolvenz der Frankfurter Rundschau (FR) und das Ende der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland (FTD) für diesen Disput verantwortlich sind. 2001 hatte die FR noch eine Auflage von 190.000 Exemplaren, ehe sie dann in die Krise geriet. Von dort an ging es nur noch abwärts, obwohl Hauptgesellschafter DuMont-Schauberg angeblich einen Millionenbetrag in die Zeitung investiert hatte. 2007 wurde dann auf Tabloid-Format umgestellt und die Auflage mit 150.000 Ausgaben stabilisiert. Selbst die Bürgschaft für einen Bankkredit der damaligen CDU-Landesregierung im Jahr 2003 für das angeschlagene Blatt trug nicht nennenswert zur Verbesserung der Situation bei. Es war ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis das linksliberale Blatt seinen Betrieb einstellen muss, weil im umkämpften Zeitungsmarkt nur jene durchhalten können, die eine hohe Auflage vorweisen. Mit den rückläufigen Abonnements zogen sich zeitgleich auch die Anzeigenkunden zurück, die essentiell für die wirtschaftliche Stabilität einer Zeitung sind. Der Insolvenzverwalter prüft nun die Vermögenslage und stellt Überlegungen zur Sanierung der Zeitung an. Betroffen sind 487 Mitarbeiter, deren Bezüge vorerst durch Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Januar 2013 abgesichert seien.
Auch das Ende der FTD passt in das aktuelle Geschehen. Die im Februar 2000 gegründete Wirtschaftszeitung wollte von Beginn an anders sein und ein Klientel ansprechen, das bis heute von vermutlich mehreren Zeitungen abgedeckt wird. Sie wollte sich als führende Wirtschaftszeitung in Deutschland etablieren und gab zu verschiedenen Wahlen sogar Wahlempfehlungen ab, was bei Lesern und einem Teil der Redaktion mit Magenschmerzen gesehen wurde. Solche Empfehlungen mögen in amerikanischen Zeitungen üblich sein, werden es in Deutschland wohl aber nie. So euphorisch die FTD zur Jahrtausendwende angetreten ist, so ramponiert muss sie nun ihr Ende hinnehmen. Dabei war es abzusehen, dass die Zeitung wirtschaftlich nicht mehr lange überleben kann: Zwischen 2006 und dem aktuellen Jahr sank die Zahl der Abonnements um 20.000 Stück auf lediglich 42.000. Im Gründungsjahr gingen immerhin rund 11.000 Exemplare täglich über die Ladentheke, zuletzt waren es nur noch rund 3.000. Am 7. Dezember erscheint endgültig die letzte gedruckte Ausgabe, wenngleich es nochmals eine besondere Ausgabe werden soll, heißt es auf dem eigenen Internetauftritt, der am gleichen Tag eingestellt wird.

Gut, nun könnte man meinen, dass es ohnehin keiner kaptialismustreuen Zeitung bedarf und das Ende schon lange abzusehen war. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Die FTD hatte schließlich nicht nur mit frei zugänglichen und kostenlosen Inhalten zu kämpfen, sondern konnte sie sich auch nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen und verlor - vermutlich durch die Finanzkrise - wichtige Anzeigenkunden wie Banken und börsennotierte Unternehmen, die mit Werbung vorsichtiger geworden sind. Sie ist selbst Opfer des Kapitalismus geworden, obwohl sie den eigentlich ganz gut fand. Das tut natürlich erst dann weh, wenn man es am eigenen Leib erfährt. Ähnlich ist es bei der Frankfurter Rundschau, die im Bereich der regionalen Tageszeitungen ebenfalls mit vielen Mitbewerbern zu kämpfen hatte und zugleich ist der Markt von linksliberalen Zeitungen nahezu überschwemmt. Ganz so einfach ist es nicht, wenn man die roten Zahlen der extrem-linken Jungen Welt zu erklären versucht. Die 1947 gegründete und bis 1990 als Zentralorgan der FDJ fungierende Zeitung bedient heute einen Teil des sehr breiten linken Spektrums. In der Jungen Welt finden gemäßigte Linke neben Ostalgikern, Marxisten und anderen extremen Linken eine politische Heimat, was - gerade bei so unterschiedlichen Meinungsbildern - nicht unbedingt üblich für eine Zeitung ist. Sie steht als marxistische Tageszeitung unter anderem für eine antikapitalistische Linke ein, die die Verwirklichung einer sozialistischen Gesellschaft als Ziel verfolgt. Außerdem berichtet sie ausführlich über die Anti-AKW- und Friedensbewegung, gibt sich strikt antifaschistisch und als Kämpfer gegen die neoliberale Ideologie aus. Sie könnte dennoch erheblich mehr gemäßigte linke LeserInnen ansprechen, wenn sie die überzogenen Legitimationsversuche der DDR endgültig aufgeben würde. Nach eigenen Angaben lag die Printausgabe 2011 bei etwa 17.000 verkauften Exemplaren, was aber nie unabhängig geprüft wurde. Heftig geriet die Junge Welt für ihre Titelseite vom 13. August 2011 anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus in die Kritik. Ein Teil der Linkspartei distanzierte sich nach Veröffentlichung der Titelseite von der Jungen Welt und forderte einen sofortigen Stopp aller geschalteten Anzeigen. Es sind also hausgemachte Probleme, die die wirtschaftlich schlechte Situation verursacht haben. Darüber hinaus greift ein scheinbar größer werdender Teil der linken Leserschaft eher zu Wochen- und/oder Monatszeitungen. Die Junge Welt erfährt derzeit allerdings eine große Welle der Solidarität und wird von verschiedenen linken Bündnissen in der Öffentlichkeit beworben bzw. von deren Mitgliedern abonniert. Nach eigenen Angaben sind zudem überproportional viele Spenden eingegangen und Genossenschaftsanteile gezeichnet worden. Sollte der Rückhalt in diesem Maße tatsächlich bestehen, könnte die Junge Welt vermutlich noch einige Zeit weiter leben. Ob sie jemals wieder schwarze Zahlen schreiben wird, bleibt momentan aber eher zu bezweifeln.

Die Landschaft der Tageszeitungen ist optisch sehr vielfältig, wenngleich ein großer Teil der Zeitungen in der Hand weniger Verlage liegt und sich somit wenig inhaltliche Differenzen auftun. Alleine dem Axel Springer Verlag unterliegen Die Welt, das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost, B.Z. und - natürlich - die vermeintliche Zeitung mit vier Buchstaben. All jene Zeitungen sind auf die gleiche politische Ideologie getrimmt und unterscheiden sich kaum noch. Es gibt also nur noch sehr wenig Zeitungen, die nicht dem Einfluss großer Verlagshäuser oder millionenschwerer Gesellschafter unterliegen. Es wäre also ein berechtigter Einwand, wenn man die Existenz vieler Zeitungen in Frage stellt, weil man sie schlichtweg nicht mehr benötigt.
Doch die Debatte um die Zeitungskrise geht noch einen Schritt weiter, weil auch diskutiert werden muss, ob gedruckte Medien noch zeitgemäß sind. Immerhin gewinnen Smartphones und Tablets immer stärker an Einfluss und erleichtern den Konsum von Nachrichten ungemein. Dieser Trend lässt sich - auch wenn das bedauerlich ist - nicht mehr aufhalten, sodass sich Verleger auf das aktuelle Geschehen einlassen und neue Publikationswege bedienen müssen. Doch selbst wenn die Tageszeitung jetzt als PDF verfügbar ist, bleibt sie zeitlich zurück, weil sie Informationen abbildet, die meist schon Stunden vorher kostenlos im Netz zu finden waren. Wozu sollte ich also noch für eine digitale Tageszeitung bezahlen? Grundsätzlich geht es also nicht darum, ob wir eine Tageszeitung brauchen oder nicht, sondern muss die Aufgabe der Tageszeitung neu definiert werden. Aktuelle Nachrichten bleiben eben nur durch das Internet tatsächlich aktuell und können - wenn sie gerade auf Papier gedruckt sind - schon wieder ganz anders verlaufen sein. Ein sehr gutes Beispiel dafür war die vergangene US-Präsidentschaftswahl, die nach unserer Zeitrechnung in den frühen Morgenstunden entschieden wurde, sodass die Print-Zeitungen noch am gleichen Morgen gar nicht über den Ausgang der Wahl berichten konnten, weil das Ergebnis zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt war. Sie verkündeten also erst einen Tag später, dass Obama als neuer US-Präsident gewählt wurde. Tageszeitungen in gedruckter Form bzw. als PDF hängen meist einige Stunden hinterher und können somit nur Nachrichten abbilden, die längst schon bekannt waren. Die Tageszeitung darf - abgesehen vom Onlineangebot - zukünftig also nicht mehr Nachrichten wiedergeben, sondern muss sie zu bestimmten Ereignissen Meinungen, Hintergrundrecherchen, Kommentare und Ideen liefern. Solche Inhalte sind auch am nächsten Morgen noch lesenswert, wenn die Nachricht schon längst bekannt ist. Die Tageszeitung ist also nur noch dann überlebensfähig, wenn sie mit der reinen Abbildung von Ereignissen aufhört und die Form ihrer Berichterstattung neu denkt.

Vielleicht sollte man aber auch Abstand von der Idee Tageszeitung nehmen und Formate probieren, die sich in gedruckter Form einfach besser vertreiben lassen. Die Wochenzeitung Der Freitag zeigt einmal mehr, wie Inhalte umgestellt werden können und auch nach einer Woche noch lesenswert bleiben. Das Blatt hat Abstand von der typischen Berichterstattung der Tagesthemen genommen und liefert genau die Hintergrundberichte, Recherchen und Meinungen, die auch nach einer Woche meist noch einen Unterhaltungswert haben. Auch die Monatszeitung graswurzelrevolution bündelt Meinungen und Berichte, die vergleichsweise zeitlos erscheinen und dennoch nicht immer von tagesaktuellen Themen entkoppelt sind. Ein weiterer denkbarer Ansatz wäre der Umstieg auf Wochenendzeitungen, die die Themen der Woche beleuchten, umfangreicher daherkommen und zugleich dann gelesen werden, wenn die Leserschaft vergleichsweise am meisten Zeit hat - am Wochenende eben.
Das zeigt somit, dass die Erscheinungsintervalle von Zeitungen überdacht werden müssen und vermutlich nur dann eine ökonomisch sinnvolle Existenz gewährleistet werden kann.

Es geht zugleich aber auch um die Frage, wie Informationen transportiert und konsumiert werden. Längst nicht jede/r - auch nicht alle jungen Menschen - sind mit den neusten technischen Geräten ausgestattet, sodass zwar Apps und auf Tablets ausgerichtete Ausgaben wichtig sind und dennoch die restliche Leserschaft angesprochen werden muss. Die Internetauftritte der einzelnen Zeitungen bieten hierbei eine Plattform, die von vielen Menschen problemlos genutzt werden kann, obwohl die Finanzierung dieser Portale noch längst nicht durchdacht ist und der Konsum von umfangreichen Recherchen, Hintergrundberichten und ähnlichen Texten auf einem Bildschirm auf Dauer anstrengend ist und gewissermaßen charakterlos wirkt. Eine gedruckte Zeitung bietet facettenreiche Texte in einer Ausgabe gebündelt und lässt sich erheblich angenehmer lesen, sodass sie einen unvergleichlichen Charakter ausstrahlt. Die Leserschaft taucht dabei für einen Moment in eine ganz andere Welt ab, weit entfernt vom Internet und kühl wirkenden Displays. Printausgaben haben - ähnlich wie Bücher - einen unverwechselbaren Charme, der das Lesen angenehm und besonders macht. Man mag mir nun vorwerfen, dass ich zu verbissen an alten Formen festhalten möchte und nicht offen für den technischen Fortschritt bin, was so aber definitiv nicht stimmt. Tagesthemen lassen sich zukünftig nur über das Internet sinnvoll verteilen, wenngleich für alle Texte darüber hinaus Printmedien wertvoll und zu erhalten sind. Schließlich werden auch Armbanduhren verkauft, obwohl an nahezu jeder Ecke die Uhrzeit nachgesehen werden kann - so verhält es sich eben auch bei der gedruckten Zeitung.
Bei dieser Debatte wird der Umwelteinfluss von Druckerzeugnissen meist nicht beachtet, obwohl gedruckte Zeitungen täglich unzählige Tonnen Altpapier produzieren, was zuvor bedruckt und mit dem LKW nachts durch Deutschland transportiert wurde. Im selben Atemzug müssen aber auch Sollbruchstellen bei technischen Geräten, Unmengen zuvor verbauter Edelmetalle, fehlende Updates für die eingesetzte Software und ein fehlendes effizientes Recyclingsystem für Smartphones und Co. genannt werden. Was nun besser ist, kann an dieser Stelle nicht objektiv beurteilt werden.

Diese Debatte darf aber nicht nur auf Erscheinungsintervalle und Papier reduziert werden, sondern müssen auch die Finanzierung von Onlineinhalten und der Journalismus selbst neu ausgerichtet werden. Der Internetauftritt der taz kostet jährlich rund 600.000 Euro und kann nicht ansatzweise durch Werbeeinnahmen gedeckt werden, was nahezu allen anderen Zeitungen ähnlich geht. Die wenigsten Unternehmen buchen Werbeflächen bei den Zeitungen direkt, sondern greifen auf sogenannte Affiliate-Netzwerke zurück, die eine deutlich höhere Reichweite bieten. Unzählige Internetseiten greifen auf diese Netzwerke zurück und versuchen damit Werbeeinnahmen zu generieren, so auch deutsche Zeitungen. Problematisch ist allerdings, dass nun all diese Internetauftritte die gleiche Werbung schalten und die Leserinnen und Leser zunehmend gleiche Werbeinhalte konsumieren. Meist generieren die Seiten viel zu wenig Einnahmen, weil die Vergütung niedrig und der Prozess zu aufwendig ist.
Es müssen alternative Finanzierungsmöglichkeiten geschaffen werden, was in Zeiten von scheinbar größer werdender Gratiskultur praktisch schwer umzusetzen ist. Für uns scheint es vollkommen normal zu sein, wenn wir am Kiosk für eine Zeitung oder Zeitschrift bezahlen müssen oder die verschickte SMS neun Cent gekostet hat. Lesen wir aber die gleiche Zeitung im Netz oder schreiben Nachrichten über WhatsApp und ähnliche Programme, soll das möglichst kostenfrei und dauerhaft verfügbar sein. Für gute Musik und Filme zahlen auch immer weniger Menschen, weil gleiche Inhalte kostenlos im Internet aufrufbar sind. Langfristig kann ein facettenreiches Onlineangebot nicht ohne Gegenleistung überleben, weil sonst die Qualität schlechter oder das Angebot komplett eingestellt wird. Jedes noch so gute Projekt muss in irgendeiner Form finanziert werden. Einige Zeitungen setzen deshalb auf Bezahlschranken und folgen damit einem Trend, der sich momentan im Internet versucht zu etablieren. Dabei sollen (archivierte) Texte nur noch gegen Bezahlung aufrufbar oder vollständig lesbar sein. Das passt ganz und gar nicht zur Freiheit, die wir aus den Weiten des Internets kennen. Es wird ein Stresstest, der zeigen wird, was InternetnutzerInnen guter Journalismus tatsächlich noch wert ist. Die taz hat ein Gegenmodell geschaffen: taz-zahl-ich ist ein Projekt, dass alternativ zur Bezahlschranke agieren soll. Jede/r kann für einen Artikel freiwillig einen frei wählbaren Betrag über verschiedene Kanäle spenden und damit Texte und Meinungen honorieren, die einem persönlich gefallen. Einige Menschen haben im Rahmen dieses Projekts sogar einen Dauerauftrag eingerichtet, um damit den gesamten Internetauftritt zu honorieren. Noch kommt damit längst nicht genug Geld zusammen, um die laufenden Kosten zu decken und doch verdeutlicht es, wie Finanzierungsmodelle fernab von Bezahlschranken aussehen können.

Oder sind solche Nachrichtenportale überflüssig und gänzlich durch andere Publikationskanäle ersetzbar? Sind Blogs eine ernstzunehmende Alternative? Im Rahmen der Debatte um die Zukunft von Zeitungen und Journalismus wird genau darüber nachgedacht. Blogs sind längst in der medialen Landschaft etabliert und ein beliebtes Medium, das Autor und Leserschaft auf Augenhöhe kommunizieren lässt. BloggerInnen machen Inhalte mindestens genauso greifbar und tragen erheblich zur Meinungsbildung bei. Doch auch hier steht die Frage der Finanzierung und Qualität von Texten im Raum. In den wenigstens Fällen kann ein privat betriebener Blog aktuellen und qualitativ hochwertigen Inhalt zugleich bieten, weil die Menschen dahinter eben keine bezahlten JournalistInnen sind. Vereinzelt werden BloggerInnen bereits heute von ihrer Leserschaft oder Unternehmen finanziert, wobei sie durch letztere Finanzierung unglaubwürdig werden. Natürlich könnten nun alle Beschäftigten einer Zeitung ihren eigenen Blog online stellen und auf finanzielle Unterstützung hoffen, was kaum passieren wird. Wenn sich selbst namhafte Zeitungen mit großer Leserschaft so nicht finanzieren können, werden dieses vereinzelte Gesichter wohl kaum leichter haben, oder?

Man kann also nur darüber spekulieren, ob und wann die (gedruckte) Tageszeitung ihren Todestag haben wird. Des Weiteren wird sich in den nächsten Jahren zeigen, welches Erscheinungsintervall sich durchsetzen kann und zugleich müssen wir unsere Zahlbereitschaft für kostenlose Inhalte überdenken. Printmedien - neben Zeitungen also auch diverse Magazine - werden uns wohl noch eine Weile erhalten bleiben, wenngleich wir über alternative Konzepte nachdenken müssen. Zugleich muss die Zeitungslandschaft wieder vielfältiger werden und darf sich nicht länger in den Händen weniger Verlage und/oder Gesellschafter befinden, weil nur dann echte Vielfalt und kontroverse Meinungen gewährleistet sind.
Für mich wäre eine Gesellschaft ohne Zeitungen unvorstellbar, weil dieses Medium gute Ideen, Recherchen und Meinungen vereint. Dafür zahle ich dann auch gerne, schließlich kosten gute Dinge oft auch gutes Geld. Egal, ob gedruckt oder digital.

Mittwoch, 14. November 2012

Indonesische TextilarbeiterInnen - zwischen Ausbeutung und Widerstand!


Ari Lazuardi Pratama kennt die Machenschaften der Textilindustrie und stellte die Ergebnisse seiner Studie in Kiel vor.

Woher stammt eigentlich meine Kleidung und wer hat diese für mich genäht, mag sich der eine oder die andere schon einmal gefragt haben. In der Vergangenheit gingen bereits etliche Skandale durch die Medien, wo stets Fälle von Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung aufgedeckt werden konnten. Große Textilkonzerne bemühen sich um ein gutes Image und beteuern, dass solche Behauptungen unberechtigt sind und ihre Sozialstandards gute Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken garantieren. Doch wie sieht die Realität wirklich aus?

Ari Lazuardi Pratama, Leiter der Advocacy Abteilung der Gewerkschaft Trade Union Right Center (TURC), kennt das wahre Gesicht der Textilindustrie und hat, in Zusammenarbeit zwischen dem Institut Südwind und TURC, hierfür eine Interviewreihe mit indonesischen TextilarbeiterInnen koordiniert. Sie arbeiten unter anderem für Zara, Adidas, Nike, Esprit und H&M. Die Ergebnisse der Studie hat er am Freitag, dem 09. November, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung, zu der die Clean Clothes Campaign (CCC) Aktivgruppe Kiel eingeladen hatte, vorgestellt. Rund 20 Personen, darunter VertreterInnen der Deutsch Indonesischen Gesellschaft S-H, zwei gelernte Schneiderinnen und Fachpromotor für nachhaltige Beschaffung und Fairen Handel vom Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI) Markus Schwarz, folgten dieser Einladung.

Der Vortrag wird gegen 18:00 Uhr von Waltraud Waidelich (Frauenwerk der Nordkirche, Kampagne für Saubere Kleidung) eingeleitet. Hierbei erwähnt sie die seit 1997 erfolgreich stattfindende internationale Arbeit der Kampagne für Saubere Kleidung und verweist auf die die Forderungen der Initiative. Diese setzt sich demnach für feste Beschäftigungsverhältnisse, existenzsichernde Löhne, Vereinigungs- und Tariffreiheit, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, Sanktionen bei sexuellen Übergriffen, die Abschaffung der Kinderarbeit und gegen erzwungene Überstunden in der Textilindustrie ein. Oftmals werden besonders die ersten beiden Punkte von den Unternehmen nicht eingehalten. Die International Labour Organisation (ILO) Kernarbeitsnormen werden durchgehend von namhaften Bekleidungsherstellern nicht eingehalten.
Die Kampagne für Saubere Kleidung hat allerdings bereits erreicht, dass viele Konzerne ihre Unterlieferanten zu besseren Produktionsbedingungen verpflichtet haben. Dennoch bleibt die Glaubwürdigkeit dieser Selbstverpflichtungen weiterhin kritisch zu betrachten. Zudem verdeutlicht Waltraud Waidelich, dass China die Weltrangliste der internationalen Kleidungsexporte anführt und gefolgt von der Türkei, Indien und Bangladesch ist. Indonesien liegt auf Rang 7.

Direkt im Anschluss stellt Ari Lazuardi Pratama die von TURC und einer weiteren indonesischen Nichtregierungsorganisation durchgeführte Studie vor und zeigt mit dieser einmal mehr, wie unmenschlich die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie tatsächlich sind. Wir erleben immer stärker werdende neoliberale und globalisierte Märkte, die großen Textilkonzernen eine ideale Plattform bieten, um eigene Profitinteressen durchzusetzen und die arbeitenden Menschen ausbeuten zu können. Lazuardi Pratama ist studierter Jurist und innerhalb der Organisation für die Rechtsberatung zuständig, sodass er bereits zahlreiche indonesische TextilarbeiterInnen vor Gericht unterstützt hat. Zudem konnte er Einblick in verschiedene Fabriken nehmen und mit vielen ArbeiterInnen vor Ort sprechen. TURC hat dabei die Fabriken PT Nikomas Gemilang (stellt für Nike, Adidas her - 80.000 Beschäftigte), PT Myung Sung Indonesia (Zara, Inditex), PT Sai Apparel Indonesia (Esprit, H&M - 6000 Beschäftigte) , PT Kaho Indah Citra Garment (Adidas - 800 Beschäftigte) und PT Framas Plastic Technology (Hauptsächlich Sohlen für Adidas - Hauptbüro in Deutschland - Tochterunternehmen u.a. in China und Hongkong) überprüft. Oftmals ist der direkte Kontakt zu den ArbeiterInnen gar nicht möglich gewesen, konnte jedoch über Gewerkschaften hergestellt werden. Insgesamt sind 85 ArbeiterInnen befragt worden, was eine vergleichsweise hohe Zahl ist und somit eine gute Aussagekraft hat. 12 dieser Personen sind gewerkschaftlich organisiert bzw. sind es in der Vergangenheit gewesen.

In der Studie sind beispielsweise Name, Alter und Geschlecht erfasst worden. Es zeigt sich somit eindeutig, dass zum größten Teil Frauen im Alter von 20-40 in der Textilindustrie beschäftigt sind. Schätzungsweise 70 Prozent der weltweit Beschäftigten in der Textilbranche sind Frauen. Außerdem geht aus der Studie hervor, dass zwischen den geprüften Fabriken Produktionsketten bestehen: Somit liefert PT Framas die Sohlen für beispielsweise Adidas Fußballschuhe und Sneaker, ehe diese bei PT Nikomas mit den dort produzierten Schuhoberteilen verbunden werden.
8-12 Stunden müssen die indonesischen ArbeiterInnen täglich Kleidungsstücke nähen, obwohl die Regierung maximal 40 Stunden in der Woche gesetzlich zugelassen hat. Des Weiteren müssen 52 Prozent der Angestellten gegen den eigenen Willen an Feiertagen arbeiten. Laut Gesetz sind alle 4 Stunden 30 Minuten Pause vorgesehen, was bewusst vom Management beschnitten wird. Viele haben davon berichtet, dass sie bereits 30-60 Minuten vor dem offiziellen Arbeitsbeginn anfangen und später als vereinbart Feierabend machen. Bei Zara/Inditex sowie Adidas gilt sogar die Zielvorgabe, dass mindestens acht Textilteile pro Person hergestellt werden müssen, weil man ansonsten bis zum Erreichen der Vorgabe weiterarbeiten muss.

Des Weiteren dürfen ArbeiterInnen während der Arbeit nicht auf Toilette oder ein muslimisches Gebet ausüben, obwohl dieses für gläubige Menschen in Indonesien von hohem Stellenwert ist. PT Framas geht sogar soweit, dass es für 100 Angestellte 2 Toilettenkarten gibt, die zum Gang auf die Toilette berechtigen. Somit kommt es oftmals vor, dass viele Personen nicht rechtzeitig oder gar nicht die Toilette aufsuchen können. In vielen Fällen ist die Toilette gleichzeitig als Pausenraum für alle Angestellten vor Ort vorgesehen. Auch das Verlassen der Fabrik ist während der Arbeitszeit nicht gestattet oder nur unter sehr strenger Kontrolle des Sicherheitsdienstes. Immer wieder verweist das Management auf die Zielvorgaben, die während der regulären Arbeitszeiten nicht zu schaffen sind, sodass die ArbeiterInnen zu Überstunden gezwungen werden. Wer die Überstunden ablehnt oder dem Management widerspricht, wird in seiner Position herabgestuft und darf nie wieder bezahlte Überstunden leisten. Die Ironie dabei ist, dass die Beschäftigten viele Überstunden machen möchten, weil das Grundgehalt niemals zum Leben ausreicht und sie somit auf die Zusatzzahlung angewiesen sind. 85 Prozent haben angegeben, dass der gezahlte Lohn nicht zur Grundsicherung ausreicht und sie im Schnitt mit umgerechnet 130 Euro auskommen müssen. Damit sind lediglich 50-60 Prozent der Grundbedürfnisse gedeckt. Sie müssten somit mindestens etwa 174-214 Euro verdienen, was selbst durch den gesetzlich festgelegten Mindestlohn in Indonesien nicht erreicht wird, zumal dieser je Provinz unterschiedlich hoch ausfällt.

Wie können die Menschen von so wenig Geld leben? Sie sind letztlich einem extremen Sparzwang ausgesetzt und essen nur einmal täglich! Viele haben sich dazu noch stark verschuldet, was die enorme Wichtigkeit der Überstunden für die ArbeiterInnen erklärt. 53 Prozent der Befragten haben gegenüber Lazuardi Pratama geäußert, dass sie ihr Gehalt erst sieben Tage nach dem vereinbarten Termin erhalten. Fast alle Befragten beklagen, dass sehr hohe Abzüge für Steuern und Sozialversicherung von ihrem Gehalt abgehen, obwohl dieses laut Gesetz bei dieser Gehaltshöhe nicht zulässig ist. 44 Prozent der Frauen sind mindestens schon einmal während der Arbeitszeit Opfer von sexueller Gewalt geworden. Allgemein sind Frauen in der Textilindustrie noch niedriger gestellt, als ihre männlichen Kollegen und müssen sich zumeist einen sehr beleidigenden Umgangston ihnen gegenüber gefallen lassen. Dabei werden sie als schmutzig und dumm beleidigt oder werden mit tierischen Bezeichnungen angesprochen, was besonders unter gläubigen Musliminnen und Muslimen eine starke Beschimpfung darstellt. Dieser herbe Umgangston tritt meist dann auf, wenn die Zielvorgaben nicht eingehalten werden. Rund ein Viertel der Frauen berichten, dass sie vor Vertragsunterzeichnung Angaben zum Beziehungsstatus und zur Kinderplanung machen mussten. Wer einen Kinderwunsch geäußert hat, ist gar nicht erst eingestellt worden. Auch das ist abermals ein Eingriff in die persönliche Würde eines Menschen. Zudem gewähren die Textilkonzerne keinen Mutterschutz und keine Auszeit bei Unterleibschmerzen, obwohl ein Mutterschutz von drei Monaten gesetzlich zulässig ist und Frauen in Indonesien wegen Unterleibschmerzen zwei Tage ohne Lohnkürzungen von der Arbeitsstelle fernbleiben dürfen. Wer sich auf diese Gesetze beruft, bekommt seinen Vertrag nicht verlängert oder weniger Gehalt ausgezahlt. Außerdem sieht die nationale Gesetzgebung vor, dass Frauen kurz vor der Geburt bzw. kurz nach der Geburt dauerhaft einen Stuhl zur Verfügung haben müssen. Auch dieses wird bewusst vom Management unterwandert, was die Fabrik PT Framas deutlich aufzeigt: Zwischen den Jahren 2008 und 2010 durften die Beschäftigten im Sitzen arbeiten, was das Management danach unterbinden wollte. Seitdem müssen alle ArbeiterInnen den ganzen Tag im Stehen arbeiten. Dieser Schritt wird damit begründet, dass so ein effizienteres Arbeiten gewährleistet sei. Auch die medizinische Versorgung in den einzelnen Fabriken ist unzureichend, weil diese schlecht ausgestattet oder nur sehr schwer zu erreichen ist.

Viele TextilarbeiterInnen sind in den meisten Fällen schlecht informiert und nicht darüber aufgeklärt, ob sie einen befristeten Vertrag haben oder als LeiharbeiterIn beschäftigt sind. Des Weiteren sind sie nicht einmal über den Code of Conduct (CoC) informiert, in dem Unternehmen Verantwortung gegenüber ihren MitarbeiterInnen und der Umwelt versprechen. Fast 80 Prozent der Befragten haben zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Fabrik keine Einweisung in die Arbeitsabläufe bekommen. Auch Betriebsräte gibt es in Indonesien nicht, obwohl diese, in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, sehr wichtig für die Verbesserung der Bedingungen wären.
Ari Lazuardi Pratama kritisiert darüber hinaus, dass es keine soziale Sicherung gibt, wie sie beispielsweise in Deutschland vorherrscht. Zwar hat es 2002 in Indonesien ein Gesetz gegeben, dass dieses Problem beheben sollte, was letztlich aber wegen der schlechten Umsetzung sein Ziel verfehlte. Von der Sozialversicherung profitieren somit nur sehr wenige ArbeitnehmerInnen. Die Gewerkschaften streiten seit jeher für eine Verbesserung dieser Situation und erfahren dabei viele Widerstände. Wer Mitglied in der Gewerkschaft ist, muss mit Einschüchterungen und einer beruflichen Herabstufung rechnen. LeiharbeiterInnen dürfen sich per se nicht gewerkschaftlich organisieren. Konfliktfälle werden in den indonesischen Fabriken teilweise sogar mit Militär gelöst, wie 21 Prozent der Befragten angegeben haben.

Aus der Studie geht somit eindeutig hervor, dass die Mehrheit der Textilkonzerne Arbeitsrechte verletzt und gesetzliche Bestimmungen bewusst ablehnt. Besonders indonesische Gewerkschaften versuchen starken Druck auf die Textilbranche auszuüben, was bislang erfolglos geblieben ist. Schließlich sind die Unternehmen zur Verbesserung von Sozialstandards nicht gezwungen und werden somit nichts an der aktuellen Situation ändern. Bislang handelt die indonesische Regierung ebenfalls viel zu schwach und hätte längst viel strengere Gesetze einführen müssen. Dann wäre auch die strafrechtliche Verfolgung von Ausbeutung problemlos durchsetzbar. Es können bereits heute Gesetzesüberschreitungen bei der Polizei gemeldet werden, was in fast allen Fällen erfolglos bleibt, weil die Ordnungshüter zumeist korrupt sind und die gesetzlichen Bestimmungen selbst nicht kennen. Anzeigen der TextilarbeiterInnen werden von der Polizei von vornherein abgewiesen, weil diese Problemklärung angeblich ausschließlich Aufgabe der Arbeitgeber sei.

Im unternehmenseigenen CoC versprechen die überprüften Konzerne gute Arbeitsbedingungen, ein Verbot von Kinderarbeit und Nachhaltigkeit. Ganz eindeutig werden deutsche KonsumentInnen bewusst getäuscht, damit diese ein gutes Gewissen behalten und weiterhin viel Geld für deren Kleidung ausgeben. Die Realität sieht hingegen skrupellos und ungerecht aus, was die VerbraucherInnen im Geschäft natürlich nicht sehen.
Es müssen andere Bedingungen geschaffen werden, damit die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen endlich ein Ende haben. Zunächst muss die Frage geklärt werden, wie der Staat geltendes Recht verbindlich durchsetzen kann. Die Menschen müssen ihre eigenen Rechte (besser) kennen und Gewerkschaften brauchen eine stärkere Position in der Wirtschaft, damit sie mehr Einfluss auf die Konzerne nehmen können. Die multinationalen Unternehmen müssen dauerhaft internationale Sozialstandards in ihren Fabriken und bei Zulieferern sicherstellen. Da viele Zulieferbetriebe untereinander kooperieren, wird schnell unklar, wer wofür die Verantwortung zu tragen hat, zumal viele Aufträge für maximal drei Monate von einem Zulieferer ausgeführt werden und damit die Verfolgung abermals erschwert wird.

Gewerkschaften benötigen dringend mehr Einfluss, damit sie, gemeinsam mit der Gesellschaft, die Textilunternehmen zur Umsetzung von Sozialstandards zwingen können. Das muss eine langfristige Strategie sein, die nicht nur für einzelne Hersteller, Aufträge und/oder Zulieferer gilt. Das patriarchalische Gesellschaftssystem in Indonesien müsste endgültig abgeschafft werden, damit Frauen die selben Rechte zugesprochen werden. Internationale Netzwerke wären ein weiterer Schritt, weil so Reformen gemeinsam bewirkt werden könnten. Würde sich Indonesien durch den entstehenden Druck verändern, hätte das eine Vorbildfunktion für die Arbeitenden in anderen Billiglohnländern und könnte so langfristig zu Veränderungen führen.

Es gibt dennoch Unternehmen, die bewusst faire Kleidung herstellen lassen und nicht ausschließlich extrem monetär denken. Oftmals liegen sie im preislichen Mittelmaß und sind ähnlich teuer wie Markenbekleidung namhafter Hersteller.  Ein hoher Preis garantiert also längst nicht gute Arbeitsbedingungen, was leider zu oft gedacht wird. Bei einem Turnschuh für 100 Euro gehen schätzungsweise 5 Euro an die produzierende Fabrik, wobei der Lohnanteil bei 40 Cent liegt. Deutliche Lohnerhöhungen müssten also keinesfalls den Verkaufspreis steigen lassen! Es würde letztlich nur weniger Profit für das Management und die Aktionäre bedeuten.

Nach seinem sehr interessanten Vortrag kommen wichtige Nachfragen und eine lebhafte Diskussion unter den BesucherInnen auf. Auf Nachfrage gibt Ari Lazuardi Pratama an, dass zwar bei keinem der untersuchten Unternehmen Fälle von Kinderarbeit aufgefallen sind und dennoch mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass viele Ausweise der ArbeiterInnen gefälscht sind und somit illegal Kinder in den Fabriken arbeiten. Er teilt zudem die Einschätzung, dass ein Boykott dieser Hersteller sinnvoll sein kann, sofern er konsequent durchgeführt wird und es dennoch von großer Wichtigkeit ist, dass die ArbeiterInnen ihren Arbeitsplatz behalten können und dafür angemessen entlohnt werden. Dies funktioniert nur durch eine Umverteilung des Reichtums innerhalb der Gesellschaft, damit die aktuell herrschenden Verhältnisse überwunden werden. Dieses wäre eine wichtige Maßnahme für Indonesien, obwohl die Schere zwischen arm und reich dort vergleichsweise nicht so weit auseinandergeht.

Wir selbst müssen unser Konsumverhalten überdenken und darauf achten, dass wir fair gehandelte Kleidung kaufen und allgemein viel weniger Kleidung konsumieren. Wir müssen weg von diversen Modetrends und hin zu zeitloser Kleidung. Des Weiteren sollten wir durch kreative Aktionen auf die Missstände aufmerksam machen und zugleich die Bundesregierung fordern, weil sie maßgeblich zu dieser Art von Menschenrechtsverletzungen beiträgt: Derzeit versuchen Deutsche Unternehmensverbände und die Bundesregierung zu verhindern, dass die EU-Kommission eine Transparenz-Richtlinie verabschiedet, wonach Unternehmen zukünftig verpflichtet werden sollen, regelmäßig über die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Umwelt und Menschen in der gesamten Lieferkette zu berichten. Durch ihre Blockadehaltung deckt die Bundesregierung die Zahlung von Hungerlöhnen, Ausbeutung und Misshandlung am Arbeitsplatz und Unterdrückung von Gewerkschaften von Zulieferbetrieben deutscher Unternehmen. Unter dem Titel "Regieren statt Blockieren – Aufdecken statt Decken!" findet eine Transparenz-Kampagne statt, zu der jede/r aktiv werden kann.

Es müssen langfristig mindestens die ILO Kernarbeitsnormen eingehalten werden, damit gerechte Sozialstandards in der Textilindustrie herrschen, Unternehmen nicht weiterhin ihren profitorientierten Kurs fahren und den ArbeiterInnen endlich gerechte Perspektiven aufgezeigt werden können. Dafür müssen wir uns alle einsetzen, unser Konsumverhalten überdenken und kritisch Druck auf Konzerne und Politik ausüben.

    
[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]

Montag, 12. November 2012

Aktionswoche "Rette sich, wer kann!" - Kiel wurde zum Sperrgebiet


Für einige Stunden wurde Kiel zum Sperrgebiet nach einem Super-GAU erklärt.

Aus weiter Entfernung ist bereits ein Transparent mit der Aufschrift "Atomkraft - Schluss!" zu sehen, mehrere Schilder warnen vor dem Betreten des Kieler Sperrgebiets nach einem möglichen Super-Gau im AKW Brokdorf und eine Handvoll Personen in Schutzanzügen verteilt Flyer an die vorbeilaufenden Menschenmengen. Hierbei handelt es sich um eine Mahnwache der BI Kiel gegen Atomanlagen, die anlässlich der Brokdorf-Aktionswoche "Rette sich, wer kann!" durchgeführt worden ist. Bereits im Vorfeld hat die Initiative für diesen vergleichsweise angenehm warmen Samstagvormittag mobilisiert, einige Leute haben sich angekündigt und letztlich hat sich doch nur eine kleine Gruppe in der Kieler Innenstadt zusammengefunden. Die AktivistInnen zeigen sich dennoch optimistisch und möchten mit der Aktion und dem passenden Flyer auf die Gefahren des Atomkraftwerks Brokdorf aufmerksam machen.

Speziell geht es hierbei darum, dass uns die Bundesregierung und diverse Massenmedien seit der Katastrophe in Fukushima weis machen wollen, dass Deutschland endgültig aus der Atomenergie aussteigen wird. Weiterhin sind jedoch neun strahlende Reaktoren bis zu 10 weitere Jahre am Netz, der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau, die Brennelementefabrik in Lingen und Exporte der Technik findet sogar unbegrenzt darüber hinaus statt. In dieser Zeit produzieren die Atomkraftwerke weiter große Mengen an radioaktivem Müll und stellen eine tickende Zeitbombe dar. Jeden Tag kann die Katastrophe passieren. Im Falle eines Super-GAU ständen wir vermutlich vor einer unlösbaren Tragödie, von der weitaus mehr Menschen betroffen wären, als aktuell angenommen wird. Behörden und AKW-Betreiber spielen die Gefahren herunter und behaupten, dass Berge von Jodtabletten sowie etliche Notfallpläne vollkommen ausreichend seien. Allerdings gibt es lediglich Sonderkatastrophenschutzpläne für eine Zone von 25 Kilometern um jedes Atomkraftwerk, obwohl bei einem Super-GAU 170 Kilometer von einem Reaktor entfernte Gebiete ebenfalls unbewohnbar sein können. Je nach Wetter und Menge der freigesetzten Radioaktivität kann diese Zahl sogar noch größer ausfallen. Millionen von Menschen müssten fliehen, zumal weiterhin anzuzweifeln bleibt, dass die Katastrophenschutzpläne einen ernsthaften Beitrag zur Beherrschung der Folgen leisten könnten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellte in einer Studie fest, dass der Katastrophenschutz auf ein solches Schadensmaß nicht vorbereitet ist. Dennoch soll das AKW Brokdorf noch bis 2021 in Betrieb bleiben. Selbst wenn höchste Sicherheitsmaßnahmen versprochen werden, ist das AKW Brokdorf - wie alle anderen Atomkraftwerke auch - nicht gegen Flugzeugabstürze und terroristische Anschläge geschützt. Atomkraftwerke stellen also stets ein potentielles Angriffsziel dar

Einige bleiben am Infostand stehen und lassen sich auf ein Gespräch ein, andere wiederum machen die Atomkraftgegnerinnen und -gegner für steigende Strompreise verantwortlich (ein echter Atomausstieg ist kein glaubwürdiger Grund für Preiserhöhungen) und beschimpfen diese. Es ist nicht nachvollziehbar, warum dieses Thema auf soviel Ablehnung und Desinteresse in der Gesellschaft stößt, obwohl wir alle von einem Super-Gau im Atomkraftwerk Brokdorf betroffen wären. Fatal ist zudem, dass die aktuelle Landesregierung von Schleswig-Holstein trotz der bedrückenden Fakten bislang noch keine Konsequenzen gezogen hat und Brokdorf weiterhin am Netz ist.

Erfreulich ist die Teilnahme eines indonesischen Juristen der Gewerkschaft TURC gewesen, der, während seiner Rundreise durch Deutschland, auch für einige Zeit an der Mahnwache teilgenommen hat. Indonesien selbst hat noch kein Atomkraftwerk, wenngleich die Regierung bereits Pläne für den Bau von mindestens vier Meilern verfasst hat. Dabei wird das Land immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht.
Bereits am Montag hat die BürgerInnen-Intiative eine Mahnwache anlässlich der Aktionswoche in der Kieler Innenstadt durchgeführt. Insgesamt sind die Aktionen gut verlaufen und zugleich hat sich erneut gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Kampf für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen ist. In zahlreichen weiteren Städten im Umkreis von 170 Kilometer um das Atomkraftwerk Brokdorf hat es zwischen dem 05. und 11. November verschiedene Aktionen gegeben.

Bilder von der Mahnwache am Samstag, 10.11.2012:
    

Bilder von der Mahnwache am Montag, 05.11.2012:
 
[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]

Sonntag, 4. November 2012

Einfach mal kein Fleisch!

Das wahre Gesicht der Massentierhaltung: glückliche Tiere? Fehlanzeige!
Bildquelle: gruene_sachsen, Flickr, CC BY-NC-ND Lizenz 2.0

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft und wichtig für den menschlichen Organismus - hat schon meine Oma immer gesagt. Damals fand ich das einleuchtend, heute weiß ich es besser. Und doch wollen die wenigsten Menschen auf Fleisch verzichten, weil sie weiterhin an diesen Mythos glauben und zu wenig Offenheit zeigen. Besonders unter Männern ist Fleischkonsum beliebt, weil der Verzehr von Fleisch mit "echter" Männlichkeit in Verbindung gebracht wird. Sie essen im Durchschnitt oft doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Die Deutschen lieben Fleisch und konsumieren über 60 Kilogramm pro Jahr - Tendenz steigend! Aus der globalen Marktanalyse "Food Outlook" geht hervor, dass hierzulande im Jahr 2011 8,2 Millionen Tonnen Fleisch erzeugt wurden. Das bedeutet also ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stellt einen neuen Rekordwert dar. Alleine 59 Millionen Schweine wurden für den deutschen Fleischhunger geschlachtet.

Nahezu jeder weiß heute, dass fast das gesamte Fleisch aus der Massentierhaltung stammt. Dort werden die Tiere auf engstem Raum in gigantischen Industrieställen gehalten, mit industriellem Futter in kürzester Zeit gemestet und gelangen dann in die Schlachthöfe. Milchkühen und Legehennen geht es dabei kein bisschen besser, weil auch sie auf engstem Raum in Rekordzeit möglichst viel Ertrag bringen müssen. Die Massentierhaltung in Deutschland ist industrialisiert und perfektioniert. Von grünen Wiesen und glücklichen Tieren kann hierbei ganz bestimmt nicht die Rede sein. Wir kennen diese Missstände und wollen trotzdem nicht verzichten.
Vor 60 Jahren galt Fleisch als sehr teures und hochwertiges Lebensmittel, dass zumeist nur am Sonntag feierlich verzehrt wurde. Diese Wertschätzung fehlt heute gänzlich, weil Fleisch durch die Massenproduktion zu einem billigen Gut verkommen ist, dass sich jeder beinahe täglich leisten kann. Heute klatschen wir uns bei jeder Gelegenheit Salami auf die Stulle und nehmen in der Stadt noch eine Wurst2go. In den Supermärkten geht weitaus mehr als die Hälfte des Fleisches durch Rabattaktionen und Sonderangebote über die Ladentheke, weil es ein ideales Lockmittel für die Discounter ist. Dabei sollte es einem zu denken geben, wenn Wurst und Schnitzel weniger als Tierfutter kosten, obwohl dieses lediglich aus Schlachtabfällen hergestellt wird.

Wir haben die Wertschätzung gänzlich verloren und konsumieren gedankenlos. Warum muss eigentlich jedem Gericht Fleisch beigesetzt sein? Schließlich gibt es eine große Vielfalt an köstlichen fleischfreien Gerichten, die wirklich jedem schmecken. Dafür muss ich nicht einmal VegetarierIn oder VeganerIn sein. Dennoch hat die breite Masse der Gesellschaft die Vorzüge der fleischfreien Ernährung längst noch nicht erkannt, sodass auch das gastronomische Angebot in Deutschland weiterhin ungenügend bleibt. Natürlich gibt es bereits eine große Anzahl an vegetarischen und/oder veganen Restaurants, wenngleich das restliche kulinarische Angebot nicht ohne Fleisch auskommt. Gerade in den ländlich gelegenen Restaurants sind fleischfreie Speisen gar nicht oder nur in sehr begrenzter Anzahl zu bekommen. Zudem sind diese meist wirklich lieblos zubereitet und ohne wirklichen Verstand ausgewählt. Schließlich kann man sich als VegetarierIn durchaus köstlichere Gerichte vorstellen, als einen Teller aufgewärmtes Gemüse mit Käse überbacken oder die bekannte Ofenkartoffel mit Tzatziki. Man gibt sich einfach keine Mühe, was natürlich den Verzicht auf Fleisch abermals erschwert.

Dennoch kann es so nicht einfach weiter gehen. Die Fakten liegen auf dem Tisch und sind bedrückend: Unser Fleischkonsum verursacht also nicht nur unendliches Tierleid, sondern ist zugleich verantwortlich für Hunger in der Welt und Umweltzerstörung. Problematisch ist beispielsweise das extrem klimaschädliche Methan, welches von Rindern ausgestoßen wird. Umgerechnet verursacht ein einziger Cheeseburger Emissionen von 3,1 Kilogramm Kohlendioxid. Etwa 6 solcher Burger stoßen genauso viel CO2 wie ein Mittelklasse-PKW auf 80 Kilometer Strecke aus. Des Weiteren werden unzählige Regenwaldflächen brandgerodet, um neue Weideflächen für Millionen Nutztiere zu schaffen, die anschließend zu Steaks und Wurst verarbeitet werden. Das ist fatal, weil auf diese Weise zunehmend Waldfläche verloren geht und eine Aufforstung oder Renaturierung praktisch nicht stattfindet. Somit wird immer weniger CO2 in lebensnotwendigen Sauerstoff umgewandelt, was langfristig auch unsere eigene Existenz bedroht. Der Bedarf nach neuen Anbauflächen nimmt durch den global zunehmenden Bedarf an Fleisch stetig zu, sodass einheimische Menschen vertrieben werden. Besonders große multinationale Fleischverwerter wie beispielsweise McDonalds oder Burger King sind dafür verantwortlich. Darüber hinaus ist Fleisch die wahrscheinlich ineffizienteste Ernährungsweise, weil unvorstellbare Mengen Futtermittel an die Tiere verfüttert werden und dabei ein vergleichsweise maginaler Ertrag entsteht. McDonalds verfüttert jährlich über 145 Millionen Tonnen Futter, was im Endeffekt etwa 21 Millionen Tonnen Fleisch und Nebenprodukte ergibt. Würden wir unsere Nahrungsgewinnung grundlegend überdenken und die verfütterten Pflanzen selbst essen, könnten alle weltweiten Hungerprobleme dauerhaft gelöst werden!

Es müssen neue Lösungsansätze her, weil wir durch unseren extremen Fleischonsum langfristig unsere eigene Existenz vernichten. Der effektivste Weg wäre ein Verzicht auf Fleisch - das ist allerdings leichter gesagt als getan. Der Aufruf zu geringerem Verzehr von Fleisch stößt bei der breiten Masse der Gesellschaft auf so großen Widerstand, sodass diese sich gar noch missioniert fühlen, wenn man diese zu weniger Konsum von toten Tieren ermutigen möchte. Ein fleischfreier Donnerstag soll dieser Blockadehaltung entgegenwirken und Menschen zum Mitmachen motivieren. Hierbei soll es einmal in der Woche ein vegetarisches Gericht in öffentlichen Einrichtungen (Rathäuser, Kindergärten, Schulen,...) geben, sodass jeder einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Es ist ein wichtiger erster Schritt, der längst überfällig ist und dennoch von etlichen Kommunen weiterhin  abgelehnt wird. Schließlich könne niemand zum Fleischverzicht gezwungen werden, heißt es dann von Seiten der Politik. Dieses ist ganz offensichtlich ein fadenscheiniges Argument, weil bereits zahlreiche Kommunen mit dem fleischfreien Donnerstag sehr positive Erfahrungen machen konnten und zugleich teilweise weiterhin Gerichte mit Fleisch angeboten werden.

Einen Tag ohne Fleisch auszukommen macht Sinn, weil - vorausgesetzt alle Deutschen würden an einem Tag darauf verzichten - wir so die Treibhausgase von 6 Millionen Autos einsparen und den Hunger in der Welt effektiv bekämpfen könnten. Es mag sich utopisch anhören, wenn man von so großen Zahlen spricht und klar ist, dass leider nie alle Menschen mitmachen. Dennoch ist es eine Chance, die es zu nutzen gilt. Jeder von uns kann Druck auf örtliche Politiker ausüben, Briefe mit der Bitte um einen fleischfreien Donnerstag an diese senden oder direkt auf Restaurantbetreiber zugehen. Bremen war die erste deutsche Stadt, die den Veggieday umgesetzt hat und selbst zahlreiche Restaurants zur Teilnahme bewegen konnte. In einigen Städten gibt es bereits Restaurantführer, die alle teilnehmenden Gastronomiebetriebe ausweisen. Es tut sich etwas in unserer Ernährungsweise und der vegetarische Tag ist ein erster guter Schritt, der sich nun bundesweit durchsetzen muss. Hierfür müssen Bürger und Politik allerdings noch erheblich mehr Offenheit zeigen. In Berlin geht man beispielsweise noch einen Schritt weiter und bietet ein veganes "Umweltessen" an, dass somit komplett ohne tierische Inhaltsstoffe auskommt. Die Berliner Studentenwerke führten dieses Angebot ein und bieten seitdem täglich ein solches Gericht an. Das ist nicht nur für bewusste KonsumentInnen ein erheblicher Fortschritt, sondern auch für Menschen, die an diversen Lebensmittelintoleranzen leiden. Das kommt bei einer Vielzahl durchaus positiv an und führte bereits dazu, dass auch überzeugte Fleischesser - meist eher unbewusst - zum veganen Essen griffen. Schmecken tut es trotzdem.

Kritiker mögen nun ihr letztes Argument in den Raum werfen und Horrorszenarien der Mangelerscheinungen heraufbeschwören, was so definitiv nicht stimmt. Ganz im Gegenteil: VegetarierInnen und VeganerInnen leben sogar gesünder. Die Amerikanische Gesellschaft für Ernährungswissenschaftler (ADA) kommt zum Schluss, dass die vegetarische Ernährungweise - sofern richtig durchgeführt - nahrhaft und gesund für Erwachsene und Kinder ist. Zudem kann diese Ernährungsform chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs, Übergewicht und Diabetes vorbeugen. Der Ernährungswissenschaftler Dr. oec. troph. Markus Keller unterstreicht dieses gegenüber dem BR und verweist auf verschiedene Studien, die zum gleichen Ergebnis kommen. Des Weiteren kann auch eine vernünftig durchgeführte vegane Lebensweise gesund und ausgewogen sein. Immerhin sind verschiedenste Ernährungsexperten der Ansicht, dass Milch und Eier das Risiko einer Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankung deutlich erhöhen. Ihrer Auffassung nach leiden Veganer seltener unter Fettleibigkeit, Osteoporose und Diabetes.

Ein fleischfreier Tag ist ein guter Anfang und kann Menschen zum Umdenken sensibilisieren. Dennoch liegt es an uns allen, dass die endlose Tierquälerei und der weltweite Hunger beendet werden. Von einer vegetarischen bzw. veganen Ernährungsweise profitieren letztlich alle Tiere, die Umwelt und auch wir selbst. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und sollten endlich gemeinsam zeigen, dass wir intelligent genug sind und die Ausbeutung von Tieren nicht nötig haben. Einfach mal kein Fleisch - es ist so einfach!
 

(c)2010 thorgeott. Based in Wordpress by wpthemesfree Created by Templates for Blogger